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Dialyse & Schichtarbeiten 13 Apr 2018 00:29 #508752

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Hallo Zusammen,

ich würde mich sehr über Feedback eurerseits freuen.
Ich bin während meiner Elternzeit dialysepflichtig geworden.
Mache 3x die Woche 4h 10 HD am Abend.

Nun habe ich bei meinem Arbeitgeber einen Antrag auf Teilzeit gestellt und erwähnt, dass ich keine Schichten mehr arbeiten kann.
Es wird auch von meinem Nephrologen in einem Schreiben von Ihm empfohlen keine Schichten zu machen.
Empfehlungen sind nun aber nicht bindend für den AG.
Den Antrag auf Teilzeit wurde genehmigt auf Grund des § 164 Abs 3 SGB IX.
Nur den "Wunsch" auf Frühschicht wurde abgelehnt. Die Dienstplangestaltung würde nur die Dialysetage berücksichtigen.
Gibt es denn eine gesetzliche Regelung, dass man dem AG vorlegen kann bzw. auf dass man sich berufen kann?
Der Vorschlag vom AG kam, dass ich an den dialysefreien Tagen Spätschichten machen kann.
Nur mein Bedenken ist, dass ich durch die wechselnden Schichten in der Woche (z.B.: Mo - früh; Di- Spät;Mi-früh, Do-spät; Fr-früh) mehr belastet werde. Die Dialyse ist eh schon anstrengend genug- der ein oder andere empfindet es vielleicht nicht so!
Hat denn schon jemand damit Erfahrung gehabt?
Ich bin auch schon zum arbeitsmedizinischen Dienst eingeladen wurden. Der Termin ist aber erst im Juli.
Integrationsfachdienst ist auch eingeschaltet wurden.

Über Antworten und Erfahrungsberichten würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße

Nici

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Dialyse & Schichtarbeiten 18 Apr 2018 11:51 #508762

  • schlappohrbeutlerin
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Moin Nici,
da du an der Dialyse bist kannst du den Schwerbehindertenausweis beantragen oder hast du vielleicht schon getan. Und damit kannst du dich bezüglich Schichtarbeit auf folgende Rechtsgrundlage berufen:
Schwerbehinderte Beschäftigte sind von Schichtarbeit nicht grundsätzlich befreit oder ausgeschlossen. Im Einzelfall kann jedoch ein Anspruch des schwerbehinderten Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber auf behinderungsgerechte Gestaltung der Arbeitszeit mit der Maßgabe bestehen, ihn wegen der Besonderheiten der Behinderung von Schichtarbeit ganz oder teilweise auszunehmen (vgl. § 81 Abs.4 Nr.4 SGB IX und dazu BAG, Urteil vom 03.12.2002 – 9 AZR 462/01 sowie § 106 Satz 3 GewO – Pflicht des Arbeitgebers zur Rücksichtnahme auf Behinderungen des Arbeitnehmers).

Ich hoffe, dass hilft dir weiter.
Liebe Grüße
Susanne

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Dialyse & Schichtarbeiten 21 Apr 2018 02:33 #508765

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Ich würde mich nicht von vornherein querstellen. Klar formulieren das man es testen möchte, und wenn die belastung zu hoch ist erneut das Gespräch suchen. Sollte dann keine Einsicht vom AG kommen könnte man rechtlich argumentieren. Wichtig ist zu wissen das dein AG aufgrund der Krankheit mit statistisch höherem Krankenstad zu rechnen hat. Also immer nach einem Konsens suchen.

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Dialyse & Schichtarbeiten 24 Apr 2018 16:42 #508776

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Hi Nici,
die Frage für den AG muss sich doch stellen, in wieweit die Dienstabsicherung der Schichten ohne Dich mit dem vorhandenen Personal (und Dir in Normal- oder Frühschicht) zu leisten ist. Versuche mal, Dich in die Lage Deines AG zu setzen.

Wenn die Umsetzung aus Deiner Sicht möglich ist, versuche das Gespräch zu finden. Zeige Verständnis für ihn und bitte um Verständnis für Dich.
Ansonsten sehe ich Probleme für Deine Situation mit dieser Arbeitsstelle.

Wichtig ist, wie hier schon erwähnt, das Integrationsamt.
Die können Deinem AG die Sache vielleicht mit einem sog. Minderleistungszuschlag schmackhaft machen.
Das ist eine Zulage vom Amt, um einen gewissen Ausgleich für den AG zu schaffen, wenn er Dich weiterhin, mit gewissen Einschränkungen beschäftigt.

Für Dich selbst, solltest Du Dich um Krankengeld für möglichen Verdienstausfall bemühen (falls noch nicht geschehen).
Somit könntet Du Dir noch etwas Druck rausnehmen. „Teilzeit“ finde ich nicht gut.

Ich habe eine Vollzeitstelle, die für mich durch dialysebedingte Abwesenheiten mit Krankengeld ausgeglichen wird.
Für meinen AG sind es Fehlzeiten. Er erhält diesen Minderleistungszuschlag und kann auch noch dem Amt vermelden, dass er einen Angestellten mit Schwerbehinderung beschäftigt.

Leider ist es schwierig, Verständnis von Außenstehenden oder gar Arbeitgebern für unsere Situation zu finden.
Die Dialyse ist für Berufstätige wie ein anstrengender Nebenjob.
Wenn das Gespräch nicht hilft, muss man versuchen von Außen Hilfe zu finden.
Ich habe auch mal einen Anwalt gebraucht, um mir ein Gespräch mit meinem AG auf Augenhöhe zu verschaffen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute.

Beste Grüße - rainfree

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Dialyse & Schichtarbeiten 26 Apr 2018 01:27 #508779

  • Krischan
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Hallo Nici83,
Ich denke als Dialysepatient ist Dir gesundheitlich eigentlich nicht zumutbar in Wechselschicht zu arbeiten.
Ich selbst habe noch 7 Jahre als Dialysepatient gearbeitet und weis, das es schon anstrengend genug ist, neben der Dialyse überhaupt noch arbeiten zu gehen.

Meiner Meinung nach geht es zusätzlich auf die Gesundheit, wenn denn auch noch der Tagesablauf ständig wechselt. Familie hast Du ja auch noch?
Ich denke das Problem ist nicht ,ob das für dich gesundheitlich möglich ist ( Kannst Du eh nur selbst beurteilen), sondern wie die Gesetzeslage ist, die Dich und Deine Restgesundheit davor schützt dies tun zu müssen.

Zuerst würde ich noch einmal mit dem AG sprechen und ihm den "Ernst der Lage" in der Du Dich befindest nahe bringen.
Schließlich bringt es ja auch dem AG nichts, wenn aufgrund der individuellen Überforderung vielleicht zusätzlich Krankentage anfallen.
Es kann ja auch nicht so kompliziert sein, eine Arbeitskraft immer die gleiche Schicht machen zu lassen und die Übrigen dann "drum herum" zu planen.


Ansonsten würde ich mit dem Betriebsrat , dem Intergrationsbeauftragten oder der Hauptfürsorgestelle ( in Berlin heißt das so) einschalten

Bei dem Termin beim Arbeitsmedizinischen Dienst, solltest Du auf jeden Fall die Problematik offensiv ansprechen.
Ich denke, der Arbeitsmediziner wird sich der Meinung Deines Nephrologen anschließen.

Sollte Dein Arbeitgeber sich wirklich dauerhaft quer stellen, dann sollte man überlegen, ob es eine Möglichkeit gibt, woanders zu arbeiten.
Ich weis, als Dialysepatient ist das oft kaum möglich, aber das Wichtigste an einer möglichst lang durchzuhaltenden "Berufstätigkeit trotz Dialyse" ist meiner Meinung nach, die absolute Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers.

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