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Corona 26 Mär 2020 09:50 #513049

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Hallo zusammen,

ich war lange nicht mehr hier, weil meine Nierchen sich wacker halten. Letzte Werte Krea 2,9, Clearance 18.

Nun bin ich wegen Corona seit letzter Woche zuhause im Homeoffice. Meine Nephrologin hat mir das empfohlen und bisher ging es auch.

Nun ist im Homeoffice nicht wirklich viel zu tun und mein Arbeitgeber drängt ein bisschen, ich soll ins Büro kommen, da gäbe es immerhin Ablage zu machen, alte Ordner auszumisten etc.

Leider müsste ich mit dem ÖPNV fahren, wovor ich wirklich Angst habe.

Ich bin alleinerziehend mit meinem 16jährigen Sohn und versorge noch meine 83jährigen Eltern, die ich natürlich auch nicht anstecken möchte.

Wie macht ihr das denn, geht ihr noch normal zur Arbeit?

LG Blanja

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Corona 26 Mär 2020 11:06 #513052

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Hallo,

ich würde weiterhin der Empfehlung der Nephrologin folgen. Wenn es gar nicht anders geht, würde ich mich krank schreiben lassen. Ich finde immer die Gesundheit geht vor. Mir hat mal jemand gesagt als ich krank auf Arbeit gegangen bin: "das dankt dir niemand". Und am Ende war es auch so. Da kommt kein Firmenchef und bedankt sich dafür, dass du dich für ihn "geopfert" hast. Die stecken ihren Gewinn ein und der Rest ist denen sch...egal.

Klar bist du auch alleinerziehend, brauchst die Arbeit und das Geld. Aber du möchtest ja auch gesund bleiben. Für deinen Sohn und auch deine Eltern willst du nicht anstecken. Das ist doch das Wichtigste.

Ich finde auch, dass Ordner ausmisten doch warten kann.

Klingt vielleicht rabiat, aber die Gesundheit ist das höchste Gut, was wir besitzen. Und deine Nephrologin wird ihre Gründe haben, dich ins Home Office zu schicken.
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Corona 26 Mär 2020 12:57 #513055

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In Österreich wäre ins Büro kommen verboten.

Sei klug, sei wie Österreich, #bleibdaheim. o.O

Du kannst deinen Teil dazu beitragen, damit die Corona-Kriese irgendwann aufhört. Wenn jeder ins Büro fährt, dann gibts nicht genug Sauerstoffmasken für alle >80 Jährigen.

lg
Chris

P.S.
Wenn ihr nicht auf die Bremse trettet, wird folgendes in Deutschland zum Alltag: www.heute.at/s/-holt-bitte-die-leiche-me...-vaters-ab--59933673 (angeblich ein NTX-Patient)

Nach der Kriese wird man sich nicht nur "nicht bedanken", man wird Schuldige suchen und die Verantwortung abwälzen.

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Corona 26 Mär 2020 13:32 #513056

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Hallo Christian,

danke für deine Antwort, im Prinzip sehe ich es genau so.

Allerdings bin ich auf meine Arbeit angewiesen, ich arbeite seit 12 Jahren da und bisher war alles super.

Der Geschäftsführer, der darauf pocht, dass wir ins Büro kommen, kennt meine Krankengeschichte nicht.

Wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich mich krankschreiben lasse.

LG Blanja

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Corona 04 Apr 2020 15:44 #513166

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Hallo Blanja,

kannst Du Dich nicht durchringen, deinem Chef deine Krankheitsgeschichte zu erzählen. Sicher Du musst es nicht. Es gibt auch solche und solche Chefs. Aber oft ist dann doch Verständnis da und vielleicht findet er für Dich eine Homeofficeregel. Ich bin seit 17 Jahren an der Dialyse bzw. inzwischen TX und habe nie gegenüber meinem Arbeitgeber das verschwiegen (in meinem Job gab es Jahrelang nur Zeitverträge für das jeweilige Projekt). Wenn man es nicht ausnutzt, wird es oft akzeptiert.

Viele liebe Grüße
Hati

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Corona 08 Apr 2020 18:12 #513201

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Hallo Hati,

vielen Dank!

Nach sehr langen Überlegungen war ich letzte Woche 3x arbeiten. Die U-Bahn ist leer, ich trage Mundschutz und Handschuhe. Im Büro wechseln wir uns ab, so dass jeder ein Zimmer für sich hat.

Die Krise wird nicht nach Ostern vorbei sein und ich denke nicht, dass ich bis Ende des Jahres der Arbeit fern bleiben kann.

Diese Woche habe ich frei, nächste Woche arbeite ich wahrscheinlich 2 Tage.

Ich entscheide einfach für jede Woche neu, mal sehen.

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Corona 11 Apr 2020 09:47 #513245

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Hallo Blanja, Du hattest mir in der anderen Rubrik Allgemeine Diskussionen auf meinen Beitrag geantwortet. Danke dafür. Für mich hat mein Chef keinen Home Office Platz einrichten können, (er hatte sich auch nicht wirklich bemüht) somit habe ich mich auch krankschreiben lassen. Wir arbeiten mit 8 Personen auf engstem Raum und die Kollegen haben Kundenkontakt. Bin noch bis zum 17.04. erstmal krankgeschrieben und dann entscheide ich, wie es weitergeht. Wünsche Dir trotzallem frohe Ostern.
PS.: Mein Arbeitgeber weiß über meine Krankheit bescheid.

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Corona 11 Apr 2020 22:18 #513254

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Hallo,

man könnte sich auch an den Betriebsarzt wenden. Wenn er feststellt, dass man ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf hat und man am Arbeitsplatz zu gefährdet ist (zu viele Kontakte, Abstand nicht immer einhaltbar) kann er eine Freistellung beantragen, falls Homoffice nicht möglich ist. Ich habe selbst keine Erfahrung mit, aber in einem anderen Forum berichteten Patienten davon.
Viele Grüße
Hati

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Corona 12 Apr 2020 06:00 #513259

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Hallo Hati,

wie ist das mit der Freistellung? Dann bekommt man seinen Lohn nicht mehr und geht dann zum arbeitsamt oder wie funktioniert das? In der Firma, was mich bzw. ein Familienmitglied betrifft, ist nicht mal bekannt, wer betriebsarzt ist. Ich muss jetzt mal ganz dumm fragen: gibt es den nur in großen Firmen?

Wir haben uns sehr geärgert. Nachdem die fachärztin bei uns angerufen hat und darauf hingewiesen hat, dass das Familienmitglied zur risikogruppe gehört und auf Anraten der Ärztin mit dem Arbeitgeber sprechen sollte, gab es vom Arbeitgeber nur patzige antworten. Er würde keine Sonderbehandlung machen und er müsse auch an die Wirtschaftlichkeit der Firma denken.

Nun muss das Familienmitglied (mit vorbestehender Lungenerkrankung) normal weiterarbeiten und hat täglich sehr viele kundenkontakte. Nach Rücksprache mit der Lungenfachärztin hiess es, dass sie nicht prophylaktisch krank schreiben darf.

Auf Arbeit gibt es nun auch getuschel und böse blicke, weil die Person sich ja "geoutet" hat, dass sie krank ist.

Ich selbst hab Gott sei dank eine Krankschreibung, die mir allerdings dann auch nicht viel nützt, weil die Person ja dann nicht nur sich gefährdet, sondern mich gleich mit aufgrund dieses miesen Arbeitgebers. Nun haben wir die Wohnung abgetrennt und uns etwas isoliert .

Es ist traurig, dass es keine klaren Regelungen gibt, um die Risikogruppen, die eine Arbeit haben zu schützen. Das macht mich etwas wütend....Hartz-IV- Empfänger kommen da bestens weg....jeden Monat geld empfangen ohne sich momentan beim Arbeitsamt melden zu müssen und man kann sich zu Hause einigeln...der Lohn den man hier verdient ist gerade mal Mindestlohn und das in einem angeblich systemrelevanten Beruf.....da könnte man jetzt viel über Politik schimpfen....Ich lass es jetzt, Stress und Aufregung bringt nichts...

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Corona 14 Apr 2020 16:56 #513284

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Hallo Hati,

einen Betriebsarzt haben wir nicht, wir sind eine kleine Firma mit nur 4 Angestellten.

Meine Nephrologin hat ja Homeoffice empfohlen, "wenn möglich", aber prophylaktisch krankschreiben geht nicht.

Momentan kann ich es psychisch aushalten, in der fast leeren U-Bahn mit Mundschutz und Handschuhe ins Büro zu fahren, dort habe ich dann ein Büro für mich alleine und keinen Kundenkontakt.

Wie schon geschrieben, ich entscheide immer für die nächste Woche, weiter kann es eh niemand absehen.

Liebe Grüße
Blanja

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Corona 16 Apr 2020 21:08 #513318

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Hallo Rina und Blanja,

bei einer Freistellung vom Betriebsarzt müsste das Gehalt weiter laufen, kann ich aber nicht 100% sagen. Es gibt ab heute 10 neue Regeln zum Arbeitsschutz von Arbeitsminister Heil (www.juris.de/jportal/portal/page/homerl....2Fzeigenachricht.jsp) die sollen absolut verbindlich sein.
Unter anderem steht dort:
"..8. Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen; Risikogruppen besonders schützen!
Viele bangen um ihre Gesundheit. Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und Ängste können hier besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehört, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmaßnahmen..."

Also ein Chef kann sich da nicht mehr rausreden, sondern muss besondere Schutzmaßnahmen ergreifen. Ich bin ja jetzt auch im Homeoffice und obwohl ich dachte, geht in meinem Beruf nicht, geht doch...zumindest unter den gegenwärtigen Gegebenheiten. Vielleicht hilft das weiter. Ich mache mir nicht so viel Gedanken (mehr) wegen einer eventuellen Krankschreibung. Meine Gesundheit ist mir wichtiger als eventuelles Gequatsche. Die Reden kommen auch irgendwann mal in die Situation. Macht Euch bewusst, was ihr alles so schon auf Arbeit geleistet habt.

Viele liebe Grüße
Hati
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Corona 17 Apr 2020 07:17 #513322

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Hallo Hati,

ich selbst bin krank geschrieben.

In der Firma meines Freundes gibt es glaube ich noch nicht einmal einen Betriebsarzt, weil die auch so wenig sind. Zumindest hat da noch nie einer einen Betriebsarzt gesehen und wüsste auch nicht, wer das sein soll. Die Firma hat mehrere Filialen. In der Hauptfiliale war schon 2x das Gesundheitsamt prüfen, ob die Abläufe so gehen. Angeblich wäre alles so in Ordnung. Mein Freund hat seine Lungenärztin gefragt, ob es nicht besser wäre, mit seinem Asthma, wenn er krank geschrieben ist, weil er ja im Handel ständig Kundenkontakte hat. Sie hat gesagt, dass sie prophylaktisch nicht krank schreiben darf.

Daraufhin hat er ein Gespräch mit seinem Chef geführt. Es kam ja dann die Antwort zurück, dass er an die Firma und die Wirtschaftlichkeit denken müsse und keine Sonderbehandlung für ihn macht. Trotz dieses Gespräches hat man jetzt in seiner Filiale einfach entschieden, dass dort alle einen Mundschutz tragen, an der Kasse eine Plexiglasscheibe ist, die Kunden nur noch einzeln an die Kasse dürfen, der Rest bleibt "draußen", bis einer fertig ist und den Laden dürfen sie nicht weiter betreten und mit zu den Regalen laufen. Die Ware wird herausgegeben bzw. von weiterer Entfernung gezeigt. Es sind ja auch meist Handwerker die etwas brauchen und die wissen wie die Ersatzteile auszusehen haben. Außerdem hat seine Vorgesetzte in der Filiale gesagt, dass er weiter Lagerarbeiten machen soll, Schriftverkehr, Telefonieren und draußen sauber machen...da bin ich ein wenig erleichtert. Aber ich habe schon gesagt, wenn die Fallzahlen steigen und es noch krasser wird, versuchen wir es bei der Hausärztin oder einen anderen Arzt mit einer Krankschreibung. Außerdem werde ich mal die Arbeitsschutzbehörde, die für unseren Landkreis zuständig ist kontaktieren. Habe aus den örtlichen Medien davon erfahren, dass es schon andere Arbeitnehmer gab, die sich dort beschwert haben, dass die Arbeitgeber keine Schutzmaßnahmen für sie treffen würden. Man kann sich ja mal erkundigen, die müssen ja eigentlich Bescheid wissen, wie man mit den Arbeitnehmern der Risikogruppe umzugehen hat.

Mich regt sowieso auf, dass die Leute für Mindestlohn arbeiten, 42 Stunden/Woche. Nichts bekommen: kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld. Und dafür sollen sie sich jetzt ihre Gesundheit versauen. Prima. Und dann noch die Aussage über die "Wirtschaftlichkeit der Firma"....da könnte man lachen,....bei der Bezahlung wird genug Gewinn für den Unternehmer abgesprungen sein. ....Ich habe ja die Erfahrung am eigenen Leib selbst getätigt. Ich wurde in der Kurierfirma sogar um meinen Mindestlohn betrogen. Und trotzdem ist man hingerannt.....bis mir die Gesundheit den Gar aus gemacht hat.....aber lassen wir das, das sind politische Themen.....

Wir sind im Osten von Deutschland, bei uns im ländlichen Raum sind die Zahlen der Infizierten verhältnismäßig gering im Gegensatz zu den Großstädten bzw. Bayern, NRW und BaWü. Aber das wird sich auch ändern. Das wird sich noch angleichen.

Man erfährt hier aber auch nicht viel. Unser Landkreis macht hier "Verschleierungstaktik". Es werden zwar die Gesamtzahlen für den Landkreis herausgegeben, aber nicht gesagt wo. Umliegende Landkreise benennen aber auch Gemeinden und größere Städte mit ihrer Anzahl. So brodelt hier die Gerüchteküche ständig, dass ein Dorf komplett unter Quarantäne stehen würde, weil dort jemand infiziert ist, oder dass es im Krankenhaus einen Corona-Ausbruch gegeben hat und Ärzte schon zu Hause sind etc....pp. Ich finde es unmöglich, das lässt an DDR-Zeiten zurückdenken wo negative Sachen auch verheimlicht wurden oder Sachen "unter der Hand" geregelt wurden. Mit der Verheimlichung damit zu vermuten, dass man das Tratschen in den Dörfern unterbindet, ist für mich kein Weg. Man sieht ja jetzt wozu es führt und in den Dörfern kennt sowieso jeder jeden und da wird ständig getratscht. Es hätte ja auch gereicht "Gemeinde .... " und die Anzahl, da wäre ja noch nicht mal raus, welches Dorf genau betroffen wäre. So habe ich jetzt im Fernsehen gesehen, dass das UKE Hamburg z.b. gemeldet hat, dass es auf der Krebsstation Coronafälle gibt. Das ist aber wenigstens ehrlich.

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Corona 17 Apr 2020 13:47 #513330

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Hallo,

ich bin es nochmal. Ich habe folgende Info bekommen:

"Ein allgemeines Recht des Arbeitnehmers, aus Angst vor Ansteckung nicht bei der Arbeit zu erscheinen, gibt es nicht.

Um die Arbeitsleistung verweigern zu können, ist es erforderlich, dass die Erbringung der Arbeitsleistung unzumutbar ist (§ 275 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch). Eine Unzumutbarkeit kann z.B. dann gegeben sein, wenn die Arbeit für den Betroffenen eine erhebliche objektive Gefahr oder zumindest einen ernsthaften objektiv begründeten Verdacht der Gefährdung für Leib oder Gesundheit darstellt. Gehört man selbst zu einer der Risikogruppen des Coronavirus, kann dieses Leistungsverweigerungsrecht unter Umständen in Betracht kommen, gerade dann, wenn durch die Art der Arbeit ein Kontakt mit Infizierten sehr wahrscheinlich ist und mögliche und zumutbare Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz vom Arbeitgeber nicht ergriffen werden oder nicht ausreichend sind.

Zu empfehlen ist hier aber dringend die vorherige rechtliche Beratung unter Einbeziehung der Expertise des eigenen behandelnden Arztes. Ferner sollten zuvor alle Versuche ausgeschöpft sein, mit dem Arbeitgeber eine einvernehmliche Regelung für das Fernbleiben von der Arbeit zu treffen, wie z.B. das Einbringen von Urlaub oder Überstunden. Denn das Risiko, dass man zu Unrecht die Arbeitsleistung nicht erbringt (ein Leistungsverweigerungsrecht also nicht gegeben war), trägt allein der Arbeitnehmer. Abmahnung und Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber wegen unberechtigter Verweigerung der Arbeitsleistung sind bei Fehleinschätzung denkbar.

Zu beachten ist dabei, dass der Arbeitgeber von seiner Vergütungspflicht auch dann frei wird, wenn der Arbeitnehmer die Erbringung der Arbeitsleistung zu Recht wegen Unmöglichkeit verweigert hat."

Dann haben wir das mit dem Thema Freistellung auch geklärt. Also werden die Risikogruppen entweder weiter auf Arbeit gehen müssen oder noch eine "netten" Arzt finden, der doch krank schreibt.

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Corona 17 Apr 2020 17:33 #513344

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Hallo Hati,

den von dir zitierten Absatz habe ich auch gelesen und abgespeichert.

Momentan kommen meine Chefinnen mir entgegen, ich muss nicht so viel Präsenz im Büro ableisten und kann einiges doch von daheim machen.

Wie gesagt, noch sind die U-Bahnen leer, da geht das. Wenn dann bald wieder mehr Leute unterwegs sind, weiß ich noch nicht, wie ich weitermache.

Noch haben wir ja auch Kurzarbeit und können uns die Arbeitszeit aufteilen, so dass immer nur eine in einem Zimmer sitzt. Auch das kann sich ja wieder ändern.

Eigentlich möchte ich halt auch sehr gerne arbeiten, es macht mir Spaß und lenkt ab.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich bis Ende des Jahres oder noch länger Zuhause bleibe.

Es ist alles so blöd, ich wünsche mir so sehr, dass alles wieder normal wird. :buhuu:

Liebe Grüße und trotzdem ein schönes Wochenende euch allen!

Blanja

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Corona 17 Apr 2020 22:00 #513352

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Hallo Rina,

die neue Arbeitsschutzrichtlinie vom Heil ist ja noch neu (vom Donnerstag 15.04.20) aber verbindlich. Vorher gab es nur Empfehlungen. Vielleicht sollte dein Mann noch einmal ausdrücklich seine Gefährdungslage dem Chef beschreiben, ihn auf diese rechtsverbindlichen Regeln hinweisen und ihn Fragen, was er denn nun zu seinem Schutz tun wird. Es wird auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Kontrollen stattfinden.

Viele liebe Grüße
Hati

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Hi :)

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