Hallo Otto- Peter!
Zum Glück musste ich wie gesagt nur letztes Jahr für ungefähr 4 Monate vorübergehend PD machen. Ich bin seit 30 Jahren ununterbrochen an der Dialyse und hatte bis Januar letzten Jahres viele Jahre einen HD Katheter, weil es mit einem Shunt nicht mehr klappen wollte. Letztes Jahr war dann der Katheter so schlimm entzündet, dass er raus musste. Weil ich natürlich noch keinen neuen Shunt hatte und das alles eben seine Zeit dauert bis ich einen bekommen konnte und man ihn dann benutzen kann, mußte ich solange PD machen. Das größte Problem war bei mir, dass ich schon seit ungefähr 29 Jahren keine Ausscheidung mehr habe. Und bei der PD kam bei mir immer nur sehr wenig Wasser raus. Diese höher dosierte Flüssigkeit, mit der es besser klappte, wollten die bei mir aber nur einmal pro Woche verwenden, weil davon wohl das Bauchfell kaputt geht. Ich habe immer wieder gesagt, dass mir das egal ist, weil ich ohnehin nur für kurze Zeit PD mache. Hat leider nichts genützt. Die Folge war, dass ich ständig überwässert war obwohl ich kaum was getrunken und wie gesagt auch nicht viel gegessen habe. Jeden Tag stieg das Gewicht weiter an, weil meistens nur knapp ein Liter rausgezogen wurde. Meine Füße wurden immer dicker und ich konnte kaum noch 2m laufen weil ich bei Bewegung einfach keine Luft mehr bekommen habe. Ich hatte dann immer das Gefühl, ich hätte Steine auf dem Brustkorb die mir das Einatmen fast unmöglich machen. Im Sitzen habe ich Luft bekommen, und wenn die Lunge abgehört wurde, war auch nichts zu hören. Deshalb wurde behauptet, ich hätte vermutlich eine Herzschwäche. Was natürlich nicht stimmt. Aber wenigstens die dicken Füße waren ja nicht zu übersehen, einmal wurde es so schlimm, dass ich dachte, sie platzen jeden Moment. Es sah aus, als hätte ich Luftballons statt Füße. Deshalb wurde dann 4 mal während dieser Zeit, wo ich PD gemacht habe, extra lange Dialysen angeordnet. Einmal 24 Stunden, einmal 16 Stunden und 2 mal 12 Stunden. Das Wasser kam zwar einigermaßen raus und wenigstens eine Zeitlang habe ich wieder Luft bekommen und konnte laufen. Nur leider hielt das immer nicht lange an.Aber trotzdem war es furchtbar für mich, die vielen Stunden da angekettet zu liegen und man kriegt die ganze Zeit keinen einzigen Menschen zu sehen, draußen schien die Sonne, es war herrliches Frühlingswetter, dieVögel haben gezwitschert.......ich kam mir wirklich vor wie im Gefängnis. Für mich war das so schlimm, dass ich oft stundenlang einfach nur geweint habe. Und es war auch sehr schlimm für mich, dass ich jeden Abend ins Krankenhaus fahren musste. Zu Hause hätten wir keinen Platz gehabt, und ich hatte auch befürchtet, dass es sich noch länger hinzieht bis ich wieder HD machen kann, wenn ich erstmal vom Krankenhaus weg bin. Bei der HD habe ich Gesellschaft, bei der PD war ich die ganze Zeit alleine, und da ich wegen dem Lärm der Maschine und dem total unbequemen Krankenhausbett kaum schlafen konnte, habe ich mich einfach nur furchtbar einsam gefühlt. Denn ich bin auch sonst eigentlich immer alleine, zu Hause ist nur meine Mutter. Wir wohnen zusammen.
Wie gesagt, das war, nach meiner Anfangszeit bei der Dialyse, die schlimmste Zeit seit ich Dialyse mache. Und ich habe wirklich schon einiges erlebt. Zum Glück ist es vorbei. Und wenigstens weiß ich jetzt auch, wie PD funktioniert, das hat mich nämlich früher schon interessiert. Und ich weiß, dass es nichts für mich ist, und am ehesten geeignet für Leute, die noch ordentlich Ausscheidung haben.
Viele Grüße von Hachiko