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Transplantationsmedizinischer Rollentausch 09 Jun 2013 15:39 #492996

  • Gerd
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Hi folks,

ich habe mir anfangs des Jahres einen Abriss-Kalender gekauft, auf dem für jeden Tag des Jahres ein philosophisches Problem erörtert wird.

Auch für den 04. Juni wurde ein solches vorgestellt, und dies könnte auch für den/die eine/n oder andere/n hier interessant sein - es hat mit Transplantation zu tun...

Im Anhang ist es zu sehen.

Wenn es interessant genug für eine kleine Debatte hier ist, stelle ich demnächst die philosophische Antwort hier ein...

Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken.

Gruß, Gerd
____________

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Re: Transplantationsmedizinischer Rollentausch 09 Jun 2013 20:41 #492998

  • silber
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Hallo Gerd,

ich mag generell Philosophie. Ich probiere es mal.

Ich denke, dass die Personen die gleichen bleiben würden, also A bleibt A und B bleibt B, wenn keine Gehirne getauscht worden wären.

In der realen Transplantationsmedizin gibt es ja durchaus Mehrfachverpflanzungen von Organen. Damit ändert sich die Person, die Empfänger ist, keineswegs, egal wieviel Organe ihr eingepflanzt werde. Sie bleibt dieselbe.
Es wäre dabei unerheblich, ob ein Tausch über Kreuz (praktisch Cross over) passieren würde.

Ich halte das Gehirn eines Menschen, über das der gesamte Organismus gesteuert wird, für entscheidend. Das Gehirn ist ebenso zuständig für die Gefühle, das gesamte Wesen des Menschen. Nicht umsonst gilt (in der Realität) der Hirntod als ausschlaggebendes Kriterium für eine Organspende. Unsere komplexen Hirnfunktionen machen uns zu dem unverwechselbaren Menschen, der wir sind.

Da die Körperhülle mit dem Skelett, Nerven- und Blutbahnen (und noch ein paar Kleinigkeiten) bestehen bleiben, würde ich mich schließlich doch dafür entscheiden, dass ganz neue Menschen entstanden sind, also C und D.

Liebe Grüße
Anja

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Re: Transplantationsmedizinischer Rollentausch 10 Jun 2013 16:01 #493017

  • bgudschun
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Hallo Gerd,

eine interessante Fragestellung. Mein Antwort dazu:

Die beiden betroffenen Personen bleiben die gleichen,
da aus meiner Sicht fast alles was eine Person ausmacht aus
Körper A in Körper B übertragen wurde, insbesondere Gehirne
und Gesichter. Sofern nur die Gehirne übertragen wurden würde
ich eventuell in Erwägung ziehen, es fortan mit den Personen C und
D zu tun zu haben, da Erscheinungsbild und Charakter sowie Erinnerungen
und geistige Fähigkeiten nicht mehr mit dem vorherigen Bild das ich von
den Beiden gehabt hätte zusammenpasst.
Die Begründung zur Ursprungsfrage finde ich allerdings noch nicht wirklich
schlüssig, da sie eigentlich zu kurz greift und zu einfach ist, da ja körperliche
Fähigkeiten eventuell auch von Muskel und Skelettapparat abhängig sind und
auch diese Fähigkeiten entscheidend sein können. Für die Bejahung der Kreation
völlig neuer Personen C und D fände ich in diesem Falle aber die ausschliessliche
Veränderung der körperlichen Fähigkeiten zu wenig, da dann auch ein Freund
der plötzlich im Rollstuhl sitzt und seine Arme nicht mehr bewegen kann als
eine neue Person angesehen werden müsste.

Schöne Grüße,

Boris

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Re: Transplantationsmedizinischer Rollentausch 10 Jun 2013 20:03 #493020

  • silber
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Hallo,

ich habe noch einmal nachgedacht und bin zu einem anderen Ergebnis gekommen:

Es handelt sich um 2 Personen, A und B.
Alles was untereinander ausgetauscht wird, geschieht zwischen diesen beiden Personen.
So können am Ende der Logik nach keine weiteren Personen C und D herauskommen.
Damit wäre keine der vorgegebenen Antworten richtig.

Nach der Transplantation wäre am ehesten von Person A/B und Person B/A zu sprechen.

Aber Philosophie ist im Grunde nicht logisch, ich bleibe also bei C und D.

Lieben Gruß
Anja

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Re: Transplantationsmedizinischer Rollentausch 11 Jun 2013 12:06 #493034

  • Roland
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Da haben die sich ja was ausgedacht, die Frage die sich mir dabei stellt ist folgende: sind sich die beiden Personen der Situation im Nachhinein bewusst oder nicht?
Für mich ist die Person immer durch das Gehirn bestimmt, also bleibt die Persönlichkeit die Selbe.
Nur sieht das Gehirn es genauso, wenn es transplantiert wird oder ist es eher ein Opportunist und passt sich der Persönlichkeit seines neuen Wirtes an?

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(tu)Re: Transplantationsmedizinischer Rollentausch 16 Jun 2013 18:40 #493136

  • Gerd
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Hallo Leute,

danke all jenen, die sich hier aktiv (oder auch bloß passiv) beteiligt haben. Es ist ja auch schon ab und zu im Forum diskutiert worden, inwiefern sich der Mensch verändert, wenn ihm ein (oder mehrere) fremde(s) Organ(e) eingepflanzt werden. Es gibt ja auch einige hier, die glauben, mit der Übergabe des fremden Organs gehen auch (einige oder viele) Eigenschaften des früheren Besitzers an den Empfänger über...

Ich glaube das nicht. Ich sehe es mehr so wie Anja oder die anderen Teilnehmer, die der Meinung sind, dass die Person A auch nach Empfang der Organe noch die Person A ist. Allerdings mir einer Einschränkung: wird das Gehirn ausgetauscht, dann ist die Person auch eine andere (womöglich sogar soweit, dass aus A dann B wird...

Die philosophische Antwort könnt ihr im Anhang sehen. Hier wird mehr auf die technische Seite des Austauschs eingegangen und das Beispiel mit dem Schiff oder Flugzeug erläutert. Aus meiner Sicht ist das aber nicht auf den Menschen anwendbar. Einen Motor kann ich austauschen (als ich noch Student war, hab‘ ich das an meinem alten VW-Käfer selbst gemacht – oder war’s bloß der Auspuff? – und das Auto war immer noch das gleiche). Aber ein Auto hat jedenfalls kein Gehirn (und auch solche Maschinen, die einen Computer al Steuer- und Schaltzentrale haben taugen nicht als Begründung, denn: der Mensch ist keine Maschine und er ist nicht „ersetzbar“ …

Viel Spaß beim Lesen der philosophischen Begründung (und dem Nachdenken darüber….)

Grüße, Gerd
_______________

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