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Dialyseformen - Übersicht

Die Nachricht, bald an die Dialyse zu müssen ist oft nicht einfach zu verarbeiten. Trotzdem sollte man als Patient wissen, dass es verschiedenen Möglichkeiten der Dialyse gibt und dies ausführlich mir dem behandelnden Arzt oder Ärztin besprechen. Es folgt ein grober Überblick, der aber nicht auf alle Einzelheiten eingehen kann. Die wohl bekannteste Form der Dialyse ist die Hämodialyse.  Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die Bauchfelldialyse, ob nun als CAPD oder APD ist eine weitere Behandlungsvariante. Für einige Patienten besteht sogar die Möglichkeit, Heimhämodialyse durchzuführen. Jede einzelne Art der Dialyse hat seine eigenen Vor- und Nachteile und nicht jedes Dialysezentrum bietet alle Formen an. Man sollte jedoch die Möglichkeit haben, sich umfassend zu informieren, bevor man sich für eine Art der Dialyse entscheidet.

Grundvoraussetzung für die Hämodialyse ist ein Zugang zum Blut des Patienten. In den meisten Fällen geschieht dies über einen Shunt. Für einen Shunt werden operativ eine Arterie und Vene miteinander verbunden, um einen ausreichenden Blutfluss für die spätere Dialyse zu schaffen. Reichen die Blutgefässe nicht aus, kann ein Goretexshunt stattdessen eingesetzt werden. In einigen Fällen ist auch das Dialysieren über einen Katheter erforderlich. Ist also ein Shunt vorhanden, wird dieser für die Dialyse punktiert. Die Dauer der Dialyse wird für jeden Patienten individuell von seinem Arzt festgelegt. Durchschnittlich handelt es sich jedoch um 3 Tage in der Woche und 4-6 Stunden pro Dialyse, in der durch die Dialysemaschine das Blut entgiftet und dem Körper Wasser entzogen wird. Hierzu wird das Blut durch die Dialysemaschine und den darin befindlichen verschiedene Filter geleitet, die dem Blut die Giftstoffe entziehen. Danach fließt das Blut wieder in den Körper zurück. Während der Behandlung befinden sich zur Reinigung etwa 10% des Blutes außerhalb des Körpers, 90 % bleiben also im Körper. Nach und nach wird so das gesamte Blut entgiftet.

Bei der Heimhämodialyse geschieht dieses Prozedere beim Patienten zuhause. Der Patient oder sein Partner übernehmen das Punktieren. Der Patient koordiniert seine Dialyse weitgehend selbständig, aber nach einem festgelegtem Regime. Disziplin und ein hohes Mass an Eigenintitiative sind Voraussetzung für den Umstieg auf diese Dialyse und nicht jedes Dialysezentrum bietet diese Behandlungsform an. Es sind Umbaumaßnahmen notwendig, die jedoch in vielen Fällen übernommen werden. Platz für die Dialysemaschine und das Verbrauchsmaterial sowie ein Wasseranschluss sind Grundvoraussetzung. Eine Kontrolle der Werte findet alle 4-6 Wochen im Zentrum statt, außerdem wird dort auch in regelmäßigen Abständen eine Probedialyse durchgeführt.

Eine weitere Behandlungsform ist die Bauchfelldialyse. Hauptaugenmerk ist hier, dass keine Punktion erfolgt wie bei der Hämodialyse und steriles Arbeiten oberstes Gebot ist. Dialysiert wird über einen Katheter, der zuvor operativ in den Bauch eingesetzt wurde. Entgiftet wird der Körper, indem durch den Katheter eine glucosehaltige Lösung in den Bauchraum eingefüllt wird. Diese bleibt für eine gewisse Zeit im Bauchraum. Während dieser Zeit werden mit Hilfe des körpereigenen Bauchfells als Filter die Giftstoffe aus dem Blut und Wasser herausgefiltert. Solch ein Zyklus dauert meist 4-6 Stunden. Danach wird die Flüssigkeit wieder abgelassen und im zweiten Schritt neue eingefüllt. So findet eine kontinuierliche Entgiftung statt.

Auch hier gibt es wiederum verschiedene Behandlungsformen. Die CAPD(continuous ambulatory peritoneal dialysis) bezeichnet die Bauchfelldialyse mit manuellen Beutelwechseln. Das bedeutet, dass der Patient alle 4-6 Stunden(nachts auch länger) die Flüssigkeit selbständig austauscht. Die APD steht für automatisierte Peritonealdialyse, die nachts stattfindet. Die Beutelwechsel übernimmt hier ein sogenannter Cycler. Der Cvcler wird mit einem auf den Patienten angepassten Regime programmiert. Der Patient baut lediglich den Cycler auf, schließt sich vor dem Schlafen an das Gerät an und morgens wieder ab. Der Cycler nimmt dann automatisch den Austausch der Dialyselösung vor. Das Allerwichtigste bei dieser Dialyseform ist eine hygienische und sterile Arbeitsweise. Denn auch wenn der Katheter mit einem Stöpsel verschlossen ist, wird er zum Konnektieren kurzzeitig geöffnet. In genau diesen Momenten besteht die Möglichkeit, dass Keime in den Bauchraum eindringen. Als Folge dessen kann eine Bauchfellentzündung entstehen, die umgehend behandelt werden muss. Für solche und andere Notfälle wird meist schon zu Beginn des Trainings für die Bauchfelldialyse ein direkter Kontakt genannt, der im Fall der Fälle angerufen wird und die weitere Vorgehensweise plant.

Wichtig ist, dass man sich als Patient informiert und erst dann seine ganz persönliche Entscheidung trifft, wenn alle Fragen geklärt sind. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile.

Erster Ansprechpartner sollte der behandelnde Arzt oder das Dialysezentrum sein. Weiteres Informationsmaterial bieten patientennahe Selbsthilfegruppen, Stiftungen und auch die Dialysezulieferer an. Man kann Broschüren entweder im Internet herunterladen oder zuschicken lassen. In manchen Dialysezentren liegt auch Informationsmaterial aus.

Es folgen einige Links zu Informationsmaterial von Dialyseanbietern, Dialysezentren und Stiftungen.

Baxter

Prädialysekompass

Fresenius Patientenportal

Fresenius Kidney Options Patientenbroschüre PDF

Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie

Die Seminare „Fit für Dialyse“ finden leider nicht mehr statt. Auf Nachfrage antwortete die Nierenstiftung:

„Das Programm „Fit für Dialyse“ wurde 2014 beendet. Die Deutsche Nierenstiftung hat das Programm mit den Nierenstark-Trainings weiterentwickelt und arbeitet aktuell an einer Umsetzung über qualifizierte Partner. Leider sind uns derzeit keine Trainings bekannt, auf die ich Sie verweisen kann – alle Termine werden auf unserer Website www.nierenstiftung.de veröffentlicht. Außer den Nierenstark-Trainings sind uns keine vergleichbaren Programme bekannt.“

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