Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

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Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

27 Jan. 2009 22:06
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Hallo liebe TX-Gemeinde,

ich habe da mal eine weniger wichtige, aber doch interessante Frage.
Seit ich transplantiert bin, haben sich meine Geschmacksknospen bzgl. Nahrung total geändert. Früher war ich eher der herzhafte Typ, jetzt möchte ich am liebsten von morgens bis abends nur noch Süßes essen. Ich hatte gestern noch nicht mal Hunger auf meine selbstgemachte Pizza, in die ich mich vor der TX hätte reinlegen können. Ich habe auch nicht mehr viel Appetit (entgegengesetzt aller Prognosen wegen Cortisonhunger), bräuchte eigentlich den lieben langen Tag nichts zu essen - außer das bereits erwähnte Hüftgold. Hier liegt schon wieder ne Ritter Sport und schaut mich an :-(.
Mir schmeckt auch mein eigenes gekochtes Essen nicht mehr wie früher, obwohl ich nichts an den Rezepturen geändert habe - ohne Hunger schmeckts nun mal nicht.
Es hat definitiv nichts mit der neuen Essensfreiheit (wäre auch unlogisch) zu tun, die hatte ich auch während der Dialyse. Habe immer frei gegessen und zwar alles.
Vielleicht liegts auch an der ganzen Umstellung des Stoffwechsels oder an meinen Magen- Darmbeschwerden aufgrund der Medis. Aber dann dürfte ich ja auch keinen Hunger auf Schoki und Co. haben. Fakt ist, dass es ist wie es ist. Ich habe Null Ahnung und bin neugierig, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Nun habe ich die Schokolade doch geknackt :-(

Vielen lieben Dank für eure Erfahrungsberichte
Chrisi

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

27 Jan. 2009 22:41
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Hallo Chrisi!
Ich denke, wie du schon gesagt hast, dass du jetzt wieder anders verstoffwechselst. Wenn du Magen-Darn-Probleme hast und wahrscheinlich abnehmen würdest(Durchfall?), fängt dein Hunger auf Schokolade das wieder auf.(Kalorienzufuhr und stopft auch ein bißchen). Ist doch praktisch!!!
Als ich CAPD gemacht habe, konnte ich nur kleine Portionen essen, nach der Transplantation habe ich gut gegessen und jetzt wieder mit Hämodialyse, könnte ich den ganzen Tag nur fressen.
Einen schönen Abend quetsch

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

27 Jan. 2009 23:21
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hallo chrisi,
meine essgewohnheiten haben sich nach der ntx ebenfalls geändert:
1. mit vorliebe esse ich zuhauf schweinespeck, den vorher nicht einmal angeschaut habe.
2. butter mußte vor der ntx sehr dünn auf das marmeladenbrot gestrichen werden, nun kann die schicht ruhig sehr dick sein.
3. pralinen und schokolade esse ich nun vermehrt schnell und häufig und bekomme postwendend durchfall, wenn ich mehr als drei bis fünf pralinen auf einmal verschlinge.
4. rumpsteak konnte ich nur well done essen. nun schmeckt es mir auch medium.
5. ... ... und noch einige kleinere mätzchen.
ob dies von den tabletten kommt weiß ich nicht. ich stelle mir vor, mein großherziger nierenspender hat mir seine besonderen vorlieben mit geschenkt.
liebe gruesse,
scorpio

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

28 Jan. 2009 07:27
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Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten! Vielleicht nimmt sich der Körper was er jetzt braucht, das Kortison wird sein übriges dabei tun.

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

28 Jan. 2009 09:03
#
Hallo Chrisi,

diese Erfahrung habe ich auch gemacht, allerdings nicht in so einer extremen Form. Das heißt, ich esse schon noch die meisten Dinge, die ich vorher mochte, noch immer sehr gern. Aber es ist auch der Appetit auf Süßes merklich dazu gekommen. Vor der TX konnte ich Kuchen stehen lassen, da wäre mir ein herzhaftes deftiges deutsches Gericht, ne Stulle, wie der Berliner sagt [lol], weitaus lieber gewesen. Jetzt muß ich mich zusammenreißen, wenn ich Kuchen oder allgemein Süßes sehe. Ich habe da eine ganz eigene Theorie. Mag sein, dass es Einbildung oder Quatsch ist. Aber ich meine, dass durch die Mitübertragung fremder Gene durch die Organe auch das Essverhalten des Empfängers beeinflusst wird, bei einem mehr, beim anderen weniger. Natürlich spielen bestimmt die Medis eine entscheidende Rolle dabei. Aber ich bleibe dabei: Es sind auch die Gene. Denn es haben sich noch andere Dinge in meiner Person oder/und meinem Verhalten verändert, was ich mir nur so erklären kann. Z.B. brauche ich jetzt ganz wenig Schlaf, meist nur 3-5 Stunden/Nacht. Das war vorher undenkbar, aber nicht, weil mich die Dialyse so anstrengte, sondern weil ich gern lange schlief. Ich bin auch tagsüber dann nicht müde. Und das ist jeden Tag so. es gibt noch Einiges mehr, was aber hier den Rahmen sprengen würde.

Björn, das beuteltier.

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

28 Jan. 2009 10:38
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Hallo beuteltier!
Das mit dem Schlaf ist so eine Sache: ich habe mal wegen einer Abstoßung hochdosiert Kortison bekommen und ich war so aufgedreht, dass ich in den 3 Tagen, in denen das lief, das ganze Haus entrümpelt und geputzt habe. Ich bin ins Bett und konnte vor Tatendrang kaum schlafen, nach der Therapie war es wieder normal. Ich denke das mit dem Essen hat was mit Gewohnheit und Umfeld zu tun. Ich esse zum Beispiel wochenlang Fleischkäsebrötchen mit Heißhunger und irgenswann sind sie mir über, dann steige ich zur nächsten Marotte um.
Man sollte sich auch mal Gedanken über die Nierenfunktion machen, denn so hundertprozentgenau weiß man es nicht. Kann schon sein, dass nach Transplantation Stoffe wieder ausgeschieden werden, die sich auch mit Dialyse nicht so eliminieren ließen, bzw. dann durch bessere Ausscheidung auch wieder Mängel auftreten und das sich auswirkt. Mit den Genen hat das(glaube ich)nichts zu tun, denn auch bei transplantierten Organen werden die Gene des Spenders ja nicht in das eigene Erbgut eingebaut(das wäre ja gut, dann gäbe es keine Abstoßung mehr), dass Erbgut verschmilzt geht nur bei der Befruchtung der Eizelle.
Ich glaube darüber kann viel philosophieren, aber Hauptsache ist
ES SCHMECKT!!!!
LG quetsch

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Re: Re: Verschmacksverwirrungen/Geschmacksverirrungen

28 Jan. 2009 13:37
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Hi Chrsi,
Bei mir ist es genau andersrum, früher(vor TX) war ich eher ein Süßer und nach der TX ein herzhafter. Ich kann auch später aufhören mit dem essen, wenn ich satt bin habe ich immer noch Appetit(in 2 Jahren 14kg zunahme) aber mir gehts gut!!![lol]

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