Tumor an der Leber bei einem Txler
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Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 09:40gestern habe ich erfahren das bei einem Transplantierten den ich gut kenne (er lag während der Dialysezeit neben mir) und der eine super Niere mit tollen Werten hat, ein Tumor an der Leber festgestellt wurde!!!
Seine Blutwerte wurden trotz einiger Bluttransfusionen immer schlechter bis er in die Klinik eingewiesen wurde und nun das bei der Untersuchung rauskam. Es ist ja bekannt das unsere Immunsupressiva Krebs auslösen kann, aber mal ehrlich, wer denkt schon daran das es mal wirklich soweit kommt?
Und was mich am meisten schockt ist das man immer nur die positiven Seiten der TX hört und von den Nebenwirkungen wie diesem stark erhöhten Krebsrisiko nichts gesagt bekommt. Ich habe auch deshalb jetzt Schiss bekommen da mein Vater vor eineinhalb Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist unds ich diese qualvollen 5 Monaten nie mehr vergessen werde.
Da denkt man eine neue Niere und alles ist gut und dann kann theoretisch jederzeit Krebs ausbrechen. Ich weiss nicht mehr was ich denken soll oder andersrum gefragt: ist es das wert?????? eine neue Niere und vielleicht später mal Krebs und daran sterben oder für immer Dialyse?
Ich weiss es nicht
Traurige Grüße
Corinna
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 10:04wer sagt denn, dass wirklich unser geschwächtes Immunsystem der Auslöser für diesen Fall von Krebs ist? Natürlich weiß ich, dass bei uns TX-lern die Gefahr wesentlich höher ist, Krebs zu bekommen. Trotzdem ist ja bei deinem Bekannten nicht bewiesen, dass er nicht sowieso daran erkrankt wäre. Wie schnell Krebs ausbrechen und tödlich sein kann, kann ich dir an meiner zuvor vollkommen gesunden Cousine (zum Zeitpunkt ihres Todes 34) erzählen: Sie ging jedes Jahr zur Brustuntersuchung. Vor der Entdeckung des Brustkrebes, war es grade mal ein viertel Jahr, seit ihrer Untersuchung beim Frauenarzt, her. Es ist kein Fall von Krebs in der Familie bekannt. Sie starb ein viertel Jahr später.
Ich weiß, mit was für einem Risiko ich lebe. Und auch, wenn ich mal nicht so gut drauf bin und mich frage, ob diese ganzen Medis, die ganzen möglichen Folgeschäden, die zusätzliche Gefahr durch Ausbrechen einer anderen Krankheit, kurzum der ganze Stress, den man während einer TX-Zeit teilweise haben kann, auch wenn die Niere nicht super arbeitet, dieses geschenkte Leben wert ist, so weiß ich doch, dass ich dankbar und froh bin, dass mein kleines Stück mehr Zeit - und für mich mein großes Stück mehr Leben - nicht von einer Maschine dirigiert und bestimmt wird.
Grüße
Renata
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 12:03wenn ich auf meine Nieren-Tx angesprochen werde, sage ich auch alle negativen Seiten einer Tx. Warum? Weil ich leider die Erfahrung gemacht habe das ganz viele, wenn nicht alle Mitmenschen davon ausgehen: neue Niere=pumperlgesund wie ein neugeborenes Baby. Aber dem ist eben nicht so!
Ja klar, ich muss nicht mehr an die Dialyse, kann essen und trinken was ich will, bin unabhängig von der Maschine und und und aber leider vergessen einige Txler zu erwähnen das nicht alles Friede, Freude Eierkuchen ist! Das man als Txler (ich gehe jetzt mal nur von mir aus) schnell keine Freunde mehr hat weil man eben NICHT auf eine Party gehen kann weil diese a: im November in einer eiskalten Scheune stattfindet b: der Gastgeber Magen-Darminfekt hat und c: die kleine Tochter eine schwere Erkältung hat und d: es auf engstem Raum ca. 50 Personen gewesen wären.
Verständnis dafür, das man auch einer Person die Hand NICHT schüttelt eben weil dieser gerade in dieselbige reingeniesst hat, braucht man auch nicht zu erwarten. Auch im Sommer kann man eben NICHT alles mitmachen bei über 30 Grad Hitze. Diese Liste könnte ich noch ewig weiterführen aber was ich damit sagen will dürfte hiermit klar sein.
Ich liebe meine Niere über alles und tue mein möglichstes dafür das sie mir noch recht lange erhalten bleibt, aber das ewige hochloben einer Nierentx geht mir etwas gegen den strich.
LG
Corinna
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 12:45ich bin ganz Deiner Meinung. Vielleicht muss man schon vorsichtig fragen ob dieser Tumor mit der Immunsuppression überhaupt zusammenhängt ..?(...Daher besteht für Patienten nach Transplantation ein zwar gering, aber dennoch erhöhtes Krebsrisiko. Eine besonderes Risiko besteht für die Entstehung von Hauttumoren und für Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems....)
Realistisch optimistisch ist der Leitspruch einer ganz lieben Person und den finde ich absolut treffend. Man muss optimistisch daran gehen aber darf auch nicht völlig aus der Bahn geraten, wenn mal was schief geht. Für mich steht es aber ganz klar ausser Frage, dass eine geglückte TX eine enorme Lebensbereicherung ist.
Elke
Eine Garantie gibt es für NIX im Leben.
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 13:58Grüße
Renata
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 18:54ich habe meine Freunde aufgeklärt und manche sind auch wirklich daran interessiert und rufen sogar vorher an wenn sie erkältet sind und wir uns treffen wollen. Aber es gibt auch solche Leute die überhaupt kein Verständnis für meine Situation haben und denen es auch egal ist das die eigene Tochter mir ins Gesicht spuckt mit einer dicken Erkältung.
Ja, ich bin sehr vorsichtig, vielleicht schon übervorsichtig aber wer schon einmal eine Niere wegen Schludrigkeit verloren hat (nämlich ich, das war meine erste Niere und ich dachte: Juhu, endlich frei, endlich wieder normal leben und habe keinerlei Vorsichtsmassnahmen getroffen und hab dadurch meine Niere verloren)!
der denkt wahrscheinlich anders darüber. Und das meine Vorsichtsmassnahmen richtig sind bestätigen mir jedesmal aufs neue meine Ärzte wenn sie mir von Patienten erzählen die ihre Medis nicht pünktlich nehmen oder auch mal vergessen, die sogar wieder rauchen obwohl es nachgewiesen die Durchblutung der Niere vergiftet oder die einfach so mal vergessen ihre Medis rechtzeitig zu bestellen oder nicht mehr in die Praxis zur Kontrolle kommen nach dem Motto: Ich bin ja jetzt gesund!
Solche Denkweisen kann ich nicht nachvoll ziehen und bleibe deshalb lieber bei meiner bewährten, von den Ärzten auch sehr gelobten Lebensweise auch wenn ich dadurch ein paar Freunde die dann auch gar keine waren, verloren habe.
LG Corinna
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 19:32aber natürlich nehme ich meine Medis supergenau pünktlich, ich hab mir sogar eine Armbanduhr mit 2 x Alarm gekauft, obwohl ich Uhren an sich nervig finde. Ich habe den ganzen Schrank voll mit ausreichend Prograf und Cellcept und bestelle auch rechtzeitig nach. Ich gehe zu jeder Untersuchung, ob in die Uni, oder zu meinem Neph. Wenn es kalt draußen ist, ziehe ich mich warm an und ich wäge ab, ob Feste, bei denen eindeutig zu viele Menschen sind, für mich das Risiko wert sind, hinzugehen. Aber das hat auch alles nichts mit dem Krebs zu tun. Es geht hauptsächlich um deine Frage, ob sich eine TX aufgrund der erhöhten Gefahr der Krebserkrankung lohnt. Und da bin ich der Meinung: Ja, denn ausschliessen kann man es zwar nicht, dass es einen selber trifft, aber man sollte versuchen positiv zu denken. Denn genau dieses positive Denken muss man wahrscheinlich, genau wie ich, nach einer TX lernen, ansonsten macht man sich kaputt mit zu viel Angst.
Gruß
Renata
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
13 Okt. 2005 20:49sicher ist es möglich, dass der Tumor durch die Medis gefördert wurde. Aber bei uns in Hannover werden alle Patienten sehr gründlich aufgeklärt. Die Liste der potentiellen Risiken der verschiedenen Medis erscheint da endlos, mancher kriegt es mit der Angst. Aber mal ehrlich, wer ist vor der Dialyse über alle Risiken und potentiellen Nebenwirkungen der Dialyse aufgeklärt worden? Niemand, weil es nämlich keine Alternative gibt. Und wenn ich mich so in unserem Zentrum umschaue, leiden sehr viele unter solchen Nebenwirkungen - von verkalkten Gefäßen und brüchigen Knochen über Juckreiz und unruhige Beine bis zu ständigen Shuntproblemen (mit Ops) und Blutdruckabfällen.
Es bleibt eben als Fazit: Leben ist immer lebensgefährlich, egal ob an der Dialyse oder mit Niere. Ich warte auf meine dritte, ich weiß wie schnell es schief gehen kann, ich weiß aber auch, dass nur eine neue Niere mit die Lebensqualität geben kann, ich ich gerne hätte.
Liebe Grüße und nicht den Kopf hängen lassen, Hans-Dieter
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
14 Okt. 2005 00:37ich bin normalerweise ein sehr positiv denkender Mensch und strahle das auch aus, nur, wenn ich dann solch schlechte Neuigkeiten zu hören bekomme zieht es mich automatisch tief runter und ich grüble darüber nach denn ich bin ein Mensch und kein Roboter dem das Schicksal anderer egal ist.
Und ganz automatisch denkt man darüber nach was wäre wenn......
Mich würde es wirklich mal interessieren was die Statistik dazu sagt, wieviele Txler aufgrund einer Krebserkrankung gestorben sind. Einen starken Zusammenhang zwischen Krebs und TX ist ja bewiesen, nur gibt es dazu keine Zahlen, warum wohl???
Gruss
Corinna
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
14 Okt. 2005 00:45sicher, du hast recht, was ist schon ungefährlich heutzutage? Nur, es hat mich halt umgehauen zu hören das es jemanden betrifft den ich kenne, der eine spitzen Niere mit besten Werten hat, sich so sehr auf sein neues Leben gefreut hat und jetzt die Diagnose Krebs!
Wie soll man damit umgehen????? Was nutzt mir die tollste Niere wenn ich zum Sterben verurteilt bin? Nur weil man Leben wollte? Keine Nadeln mehr wollte? Und dann diese Diagnose?
Und überall hört man (und will man hören) wie gut es doch den Transplantierten nach der Tx doch geht, das 200fach erhöhte Krebsrisiko wird niergends, mit keinem Wort erwähnt.
Das ist es worüber ich nicht ganz fertig werde
Gruß
Corinna
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Re: Re:
14 Okt. 2005 00:52für Transplantierte ist das Risiko 200fach erhöht an Krebs, Hautkrebs zu erkranken (steht hier bei DO geschrieben, in einem Artikel gefunden von Tina oder TeeWee) Und es ist durchaus realistisch eine TX mal zu hinterfragen ob denn wirklich alles Gold ist was glänzt!
Ich jedenfalls bin ziemlich geschockt und mich lässt diese Sache auch nicht kalt. Aber jeder Mensch denkt und fühlt halt anders. Für meinen Teil bin ich für eine noch bessere Aufklärung bezüglich des Krebsrisikos ohne Wenn und Aber.
Gruß
Corinna
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Re: Re: Tumor an der Leber bei einem Txler
14 Okt. 2005 07:53LG
Renata
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