Krank und trotzdem glücklich...

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Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 10:57
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Mir fällt auf, dass ihr alle recht positiv über die Dialyse schreibt.

Als ich das erste Mal überhaupt davon gehört habe und so ungefähr begriffen habe, was es bedeutet, dialysiert zu werden, war ich vermutlich so 7 Jahre alt.... Ab da habe ich immer gesagt Wenn ich mal an die Dialyse muss, bringe ich mich um... Okay, das war vor 30 Jahren und die Aussichten waren andere. Und ich war ein kleines naives Kind, was total Krankenhaustraumatisiert war (ist).... Und jetzt, wos wirklich schon regelrecht an der Türe klopft, treffe ich auf zig Menschen, die dieses Schicksal bereits erleiden und die machen Späße darüber und witzeln und denen scheint es gut zu gehen. Und die scheinen diesen Umstand vollends in ihr persönliches Leben integriert zu haben. Waaaaaahnsinn! Was soll ich sagen? Umbringen werd ich mich sicherlich nicht!! Wird es mir auch so gehen, wenn es bei mir so weit ist? Ich muss schon gestehen, dass ich etwas Zukunftsängste habe. Der Job, das Kind, der Haushalt, die Partnerschaft und und und...

Also ich bin von euch beeindruckt und wünsche mir für mich und alle anderen, denen die Dialyse noch bevorsteht, genauso viel Kraft und Zuversicht und Freude!!!

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 18:07
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Hallo mogline,

und so, wie man dich hier lesen kann, wirst du das ebenfalls schaffen und spätestens in einem Jahr deinen ureigenen schwarzen Humor entwickelt haben. Ich bin da auch ziemlich makaber, ist aber vielleicht auch eine spezielle Art, um das alles verarbeiten zu können. Ich persönlich wurde mit 35 dialysepflichtig, habe die ersten Jahre im Zentrum dialysiert und dann über 4 Jahre zu Hause (Heimhämo). Was soll ich sagen? Man kann manchmal prima und manchmal weniger prima damit leben, denn mit den Jahren kann es schon zu Problemen mit Polyneuropathie, Knochen- oder Gelenksbeschwerden, Herzprobs etc. führen. Das sollte man bei allem Optimismus nicht verschweigen. Dialye ist kein Friseurgang. Man kann damit zwar leben und nicht nur überleben, aber es ist nicht das Gleiche, als wenn man gesund ist. Den Unterschied merke ich erst jetzt, nachdem ich endlich tx worden bin. Ich bin ein völlig neuer Mensch, auch wenn ich ne lange Anlaufzeit nach der OP hatte. Natürlich bin ich glücklich, wahrscheinlich glücklicher als jemand, der nie krank war, es nicht zu schätzen weiß, sich gut zu fühlen, keine Kreislaufprobs zu haben, klar denken zu können, zu essen und trinken was und wieviel man will, hinzufahren wann und wohin man will, und und und... da ist das Glücklichsein ganz einfach. Aber auch oder gerade als Diapatient hat man immer wieder lange glückliche Momente... immerhin hast du eine Tochter... die hat es verdient, eine glückliche Mama zu haben, die du auch in Zukunft sein wirst.

Fazit: es gibt Schlimmeres, aber auch Schöneres. Es kommt halt immer auf die Sichtweise an, genau wie mit dem halbleeren... nein... halbvollen Glas.
Du entscheidest, aus was du trinken willst.

Alles Liebe
chrisi

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 18:31
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Ich nochmal,

ich kann dich nur zu gut verstehen. Ich wußte mit 18 das es mich evt erwischen kann. Vorab habe ich aber geshen wie meine Mutter (10 Jahre HD) daran gestorben ist, Herzversagen weil das Verfahren sehr aufs Herz geht. Mein Onkel auch HD ebenfalls neue Herzklappe meine Tante auch HD 4 Shunts alle gekracht. Ich weiss also ein wenig wovon ich rede. Mein Cousin (18 J) erst Peri dann HD über Katheter im Herz.
Als ich es erfuhr sagte ich auch damals ich bringe mich um, wenn ich das durchmachen muss und ich wollte niemals HD machen. Als es dann soweit war, war ich geschockt und mein Arzt hat mir gleich zur Peri geraten und ich danke ihm noch heute dafür. Ich habe mich sehr gut in die Situation eingefunden und festgestellt das es Menschen gibt denen es weit aus schlechter geht als einem Diapatienten ( wenn alles gut läuft). Lass den Kopf nicht hängen . Sicher ist die Peri auch keine Dauerlösung denn es ist nicht absehbar wie lange das Bauchfell so mitspielt, aber es ist Zeit die du dir erschleichst bis du vielleicht mal transplantiert wirst. Das ist mein Licht am Ende des Tunnels auf das ich immer zugehe. Nicht die Hoffnung verlieren man kann sehr gut damit leben.
LG Naya

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 19:39
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Ihr seid großartig! :)

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 21:09
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hi mogline,

ich habe mich ziemlich erschrocken, als ich im alter von 42 mit der dia beginnen musste. wollte doch noch ein paar jährchen ohne geniessen...
da es nun so ist wie es ist habe ich mein leben entsprechend umgestellt. ich bin überzeugt, dass auch du das schaffen wirst und mit deiner süssen tochter noch viele schöne momente erleben und geniessen kannst. dafür wünsche ich dir viel glück und nur das beste.

liebe grüsse
sandra

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

09 Mai 2009 21:36
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Hallo Mogline,

ich bin vor 6 Jahren ganz plötzlich krank geworden, angeblich Grippe nicht auskuriert und das hat die Níeren angegriffen, genau sagen kann man das nicht. Das erste Jahr war echt hart, habe auch gedacht, daß mein Leben jetzt zu Ende ist. Aber dann habe ich mir gedacht: das kann nicht das Ende sein, du mußt dich jetzt mit deiner Krankheit arrangieren, dein Leben etwas umplanen.... und, es klappt !!! Arbeite weiterhin Vollzeit (habe mit meinem Chef nur andere Arbeitszeiten vereínbart), fahre in den Urlaub, schmeiße mehr oder weniger gut meinen Haushalt (dann habe ich eben Spinnweben an der Decke) und treibe noch etwas Sport. Der Freundeskreis dünnt sich zwar auch etwas aus, aber so lernt man seine wahren Freunde kennen.... und durch DO habe ich ganz viele liebe neue Freunde dazubekommen. Du schaffst das schon !!!

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

10 Mai 2009 10:51
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Liebe mogline,
Du darfst Zukunftsängste haben. Das ist ganz normal und nur allzu menschlich. Ich hatte das auch und habe das auch manchmal noch phasenweise. Aber stelle dich dem und blicke festen Auges und frohen Mutes nach vorn. Vergiss nie, jeder Tunnel hat am Ende wieder ein Licht! und es gibt soviel, wofür es sich zu leben und zu kämpfen lohnt! Deine Tochter zu sehen und zu erleben,gibt dir Kraft. natürlich ist dieser ganze Dialyse-Krams nicht schön, aber that´s life - und es geht um DEIN Leben!!! Und das rumwitzeln macht manches leichter...
Ich wünsch dir alles Gute und viel Kraft!
Viele Grüße Susanne

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

10 Mai 2009 11:05
#
Hallo mogline,

immer wieder muß ich zurück denken an meine ersten Tage, an denen ich dem Dialysebeginn ganz nah war, wenn ich solche Beiträge wie Deinen lese. Und diese Seiten hier bei dialyse-online haben mir damals sehr viel gegeben, mich wieder aufzubauen und nach vorn zu blicken. Vielleicht erinnern sich einige User von Euch noch daran, als ich sehr emotional und verzweifelt über mein Leben schrieb, Gedanken an den Tod äußerte und alles hinschmeißen wollte. Ja, einige riefen mich sogar an und wollten, dass ich unbedingt weiter lebe. Diese Unterstützung, diese Nähe, diese Größe, Menschlichkeit und Hilfe, das hat mich wahnsinnig beeindruckt. Und es hält bis heute an. Jetzt sehe ich die Welt mit anderen Augen und habe so viel dazu gelernt. Ich bin mir sicher, auch Du kannst das! Wir werden Dir beistehen so gut es geht. Du bist eine starke Frau, da bin ich mir sicher. Ich saß damals am PC und habe geweint über so viel Anteilnahme. Die Menschen kannten mich nicht persönlich und waren mir doch so nah! Und auch nach der Transplantation haben alle User mir so viel Glückwünsche übermittelt, dass ich es nicht fassen konnte. Halt die Ohren steif!

Björn, das beuteltier.

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

10 Mai 2009 15:13
#
dknoppers schrieb:

> Hallo Mogline!!
>
> Ich habe mir deine Fragen Ängste usw.im Forum durch gelesen.Ich
> möchte jetzt nicht noch ein Kranke Geschichte hier
> verbreiten.Davon hast du jetzt ja schon genug gelesen.
>
>Hallo Dietmar ,
ich hoffe du meintest Krankengeschichten und nicht kranke Geschichten??!!
lg Naya

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

10 Mai 2009 15:20
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Jetzt sitz ich hier vor meinem Lappi und die Tränen kullern... Ich weiß nicht, wie ich euch für eure Worte danken soll. Sowas habe ich wirklich, wahrhaftig noch nie erlebt!!! Ich bin euch so dankbar!

Und trotzdem möchte ich auch schwach sein dürfen. Einfach schwach, heulen, aufgefangen werden (ihr macht das so großartig!). Zwei Stimmen in meinem Kopf: Ach, jammer nicht rum. Willst du den Menschen zur Last fallen? Hast doch bis jetzt auch alles hinbekommen. Kriegst dein Kind alleine groß, verlegst Teppiche selbstständig und all sowas. Die andere: Du hast auch mal das Recht, schwach zu sein. Irgendwann sind deine Kräfte einfach mal erschöpft...
Und wenn ich dann von meiner Mom das Angebot bekomme, dass sie zu mir kommt, damit ich jemanden zum Quatschen habe, weiß ich nicht, ob ich das wirklich will. Im Beisein anderer fällt es mir einfach schwer, meine Traurigkeit rauszuheulen. Stattdessen wälz ich mich lieber im Selbstmitleid.

Ich glaube, ihr wisst genau, was ich meine.....

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

10 Mai 2009 15:21
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ich konnte das bild im anhang öffnen :-]

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Re: Re: Krank und trotzdem glücklich...

11 Mai 2009 21:09
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Hi Mogline,

Du bist nicht alleine. Mir geht es genau wie Dir. Job, Kind, Haushalt und die Dia steht vor der Tür und ich frage mich, wie das alles laufen soll. Ich bin zwar eigentlich schon ein alter Hase (HD und Tx), aber mit der PD ist alles neu und ganz ehrlich, 20 Jahre Tx lassen einen die ganze Sache auch prima verdrängen...

Aber wir werden das schon schaffen, auch wenn man manchmal nur SCH... schreien möchte.

Liebe Grüße jette

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