Non-heart-beating donors
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Re: Re: Non-heart-beating donors
30 Jan. 2008 23:32wir wissen doch schon lange, dass das Puschen von Transplantationen nicht von Patientenseite erfolgt und von diesen auch (überwiegend) nicht gewünscht wird (ob es ihnen nützt?).
Es sind die Transplantationsmediziner, die keine Grenze kennen und immer mehr und mehr wollen.
Irgendwann werden hier die letzten Aufrechten sein, die ethische Prinzipien über unmittelbaren Nutzen stellen und lieber auf ein Organ verzichten, als um jeden Preis die Kriterien für Transplantationen aufzuweichen.
Aber ich gebe Dir recht. Schön, dass das :
> Meldung:
> Man kann nur hoffen, dass die Ärztekammer bei ihrer Meinung
> bleibt und einzig und allein der Hirntod die Vorraussetzung für
> eine Organspende bleibt.
noch gilt.
Allerdings ist das:
> Alles andere hätte nach meiner Meinung
> einen starken Akzeptanzverlust der Organspende zur Folge.
nicht mein Hauptgrund, dass zu hoffen. Sondern die Tatsache, dass ich nicht finde, dass man um jeden Preis transplantieren sollte.
Gruß und Respekt dafür, dass Du immer wieder diese Diskussionen anstößt
joe
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Re: Re: Non-heart-beating donors
31 Jan. 2008 15:43soweit ich weiss galt der Herzstillstand für lange Zeit als das einzige Kriterium für die Feststellung des Todes.
Bis ende der 60er Jahre die Definition für den Hirntod festgelegt wurde, um Organspenden überhaupt möglich zu machen.
Bis Heute gibt es eine lebhafte Ethische Diskussion zu diesem Thema, wobei die Gegner der Hirntoddiagnostik eher den Herzkreislauftod als richtigen Tod betrachten.
Wir kennen die Diskussionen, und ein paar Threads unter diesem geht es ja wieder um diese Thematik.
Wenn ich jetzt versuche eine Hierachie zwischen diesen beiden Todesarten aufzustellen, käme ich persönlich rein gefühlsmässig zu dem Schluss, daß der Herz Kreislauftod doch der höherwertige ist.
Nicht das Ihr mich missversteht, der Hirntod ist für mich auch ein sicherer Weg um einen Tod festzustellen, aber der Herz Kreislauftod ist sogar für mich als Laie ein ziemlich sicheres Todesanzeichen.
Also warum sollte man dann das nicht als Alternativ Kriterium zulassen.
Ich hab schon mal auf der Intensivstation einen gescheiterten Widederbelebungsversuch miterlebt, dieser hat in etwa Zehn Minuten gedauert und dann wurde von dem Patienten abgelassen und somit wurde dieser für Tod erklärt.
Eine Hirntoddiagnostik wurde nicht durchgeführt. Das dürfte eigentlich so Standard sein im deutschen Krankenhausalltag und somit müsste uns doch dieses Kriterium auch für die Organspende genügen.
Es mag sein, dass ich hier einige feinheiten übersehen habe. Da ich mich erst seit Heute mit dieser Non Heart Beating thematik auseinandersetze, mag man mir das bitte nachsehen.
Gruss Roland
Und auch von mir einen grossen Dank an Abi.
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Re: Re: Non-heart-beating donors
31 Jan. 2008 20:55also für mich ist das schon eine grausame Vorstellung, dass bereits nach nur 2 Minuten nach Herzstillstand bereits eine Kanüle für die Perfusionslösung eingeführt und Heparin gegeben wird, um die Patienten möglichst bald ausweiden zu können ( man verzeihe mir diesen Ausdruck, aber so kommt mir das vor), obwohl nachgewiesenermaßen Patienten mit Herzstillstand von mehr als 10 min. erfolgreich und ohne nennenswerten Hirnschäden reanimiert wurden. Man hat den Eindruck, als warte man regelrecht auf den Tod zur Organgewinnung. Also ich möchte keinesfalls so enden(!!!), mal ganz abgesehen davon, dass auch den draußen vorm Schockraum wartenden Angehörigen vorzeitig jede Hoffnung genommen wird, ihren Verwandten je wieder lebendig sehen zu dürfen! Entsetzlich! Da kann man nur hoffen, dass sich dieser Trend niemals in Deutschland durchsetzt. Organe um jeden Preis? NEIN!!! Nicht, wenn der Mesch (Patient) dabei auf der Strecke bleibt!
eine geschockte
Cathy...............
[schock]
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Re: Re: Non-heart-beating donors
31 Jan. 2008 23:00die Zweifel am Herztod sind völlig berechtigt und somit stimme ich hier allen zu... doch wer generell Für Organspende ist und auch dafür wirbt, sollte auf den Ausdruck ausweiden lieber verzichten, denn das würde ja auch auf Hirntote zutreffen, deren endgültigen Tod niemand bezweifelt... aber... wer mag seine Angehörigen ausgeweidet wissen - selbt wenn sie hirntot sind?
Liebe Cathy: Ohne Explantationen keine Transplantationen - unschön sind sie immer und das hat nichts, aber auch gar nichts mit der vorangegangenen Todesart des Spenders zu tun.
Für alle anderen: Ich meine damit nur den Vorgang der Organentnahme und nicht die Frage der Todesfeststellung.
Solche Ausdrücke sind keine Werbung für Organspende, denn genau damit spielen wir all den Greinerts auf dieser Welt in die Hände. Eine sachliche Diskussion, wie Rio sie anstrebt, sollte also gewahrt bleiben.
Alles Liebe
chrisi
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- Roland
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Re: Re: Non-heart-beating donors
01 Feb. 2008 17:02so langsam verstehe ich worum es überhaupt geht, nämlich um die kontrollierte NHBD, sowas ist natürlich ethisch bedenklich.
Ich hab da im übrigen einen interessanten Link gefunden, da werde ich mich mal durcharbeiten.
books.google.com/books?id=bVU9xHWoglIC&p...O8JxZLCKuy9E#PPP1,M1
Bisher das umfangreichste Werk zur Ethik in der Transplantationsmedizin was ich je gesehen habe.
Gruss Roland
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Re: Re: Non-heart-beating donors
01 Feb. 2008 17:08normalerweise haben wir es mit Spendern zu tun, die Herz- und Kreislauffunktion haben, aber Hirntod sind. Die Kreislauffunktion ist wichtig für den Zustand der entnommenen Organe. Daher wurden kriterien für den Hirntod erstellt. In diesen Fällen hier liegt aber ein echter Herz-Kreislauf-Tod vor. Der Hirntod folgt hier immer (!) nach max. 3 - 5 Minuten. Deshalb gibt es hier auch keine Zweifel am Todeszeitpunkt (im Gegensatz zu den o.g. kreislauffunktionierenden Hirntoden). Daher ist es m.E. schon richtig darüber nachzudenken, diese Verstorbenen der Organspende zuzuführen.
Grüsse Grille
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Re: Re: Non-heart-beating donors
01 Feb. 2008 18:22RIO schrieb:
> Hallo joe,
>
> wer, wenn nicht wir als Betroffene soll denn sonst diese
> Diskussion führen?
> Wollen wir sie den Transplantationsmedizinern allein
> überlassen? Wollen wir es zulassen, dass sie unter dem Vorwand,
> in unserem Interesse und zu unserem Nutzen zu handeln, alle
> ethischen und moralischen Grenzen über den Haufen werfen?
> Da sage ich ganz klar nein und deswegen müssen wir diese
> Diskussionen auch führen und deswegen werde ich auch immer
> wieder den Finger in die Wunden legen.
> Kein Patient soll sagen können, er habe es nicht gewusst –
> zumindest kein DO-User.
>
> Ich stimme natürlich mit Dir vollkommen überein, dass nicht um
> jeden Preis transplantiert werden darf.
>
> VG
> MaRIO
Wenn man dem Patienten, der da mit Herz- und Kreislaufstillstand seit 2 Minuten auf dem Tisch liegt, nicht mal die Spur einer Chance gibt, sich zu rekovaleszieren, finde ich das schon mehr als bedenklich!! Man sollte auch bei solch einem Fall die ethischen Aspekte keinesfalls ausser Acht lassen, sonst wird meiner Meinung nach unakzeptablen Praktiken Tür und Tor geöffnet!
Trotzdem liebe grüße zu Dir rüber und ein schönes Wochendende wünscht Dir
Cathy
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Re: Re: Non-heart-beating donors
01 Feb. 2008 18:44> keine TX um jeden Preis!!
natürlich nicht... aber man darf einige Begriffe nicht nach Belieben anwenden... bei Hirntoten sprichst du von Organentnahme- spende bzw. Explantation, beim umstrittenen Herz- Kreislaufstillstand ist plötzlich von Ausweiderei die Rede. Diesen Begriff mag ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht lesen/hören, der passt auch nicht hier ins Forum.
Ich denke, damit schreibe ich im Sinne aller Transplantierten, Wartenden, potentiellen Organspendern und Angehörigen von solchen.
Nix für ungut
Chrisi
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Re: Re: Non-heart-beating donors
04 Feb. 2008 16:09... doch das ist der Fall. Dein zitierter Artikel ist ungenau formuliert. Bei Herzstillstand muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden: Herzmassage und Beatmung. Unter diesem Notfallkreislauf kann das Herz bbehandelt werden, um wieder anzuspringen. Es gibt zwar immer wieder Berichte, wo z.B. Lawinenopfer nach einer dreiviertel Stunde noch erfolgreich reanimiert wurden. Das hängt mit der niedrigen Temperatur zusammen, die den Gehirnstoffwechsel blockiert und dadurch Energie spart. Aber keiner weiss natürlich wie lange der Kreislauf noch gearbeitet hat. Das gilt übrigens bei fast allen Notfällen, weshalb praktisch immer eine Reanimation versucht wird.
Bei den potentiellen Organspendern geht es aber nicht um Notfälle.
Grüsse Grille
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Re: Re: Non-heart-beating donors
20 März 2008 20:30... leider eine späte Antwort
Irgendwie läuft das doch anders ab als man gemeinhin denkt. Notfallpatienten, also solche die akut in eine lebensbedrohliche Situation geraten und versterben, kommen doch schon aus logistischen Gründen nicht als Spender in Frage. Erst wenn die Bemühung, das Leben zu retten, in einen kreislaufstabilen aber wegen Hirnschädigung hoffnungslosen Zustand mündet, kann an eine Transplantation gedacht werden. Die Prozedur zur Sicherstellung des Hirntodes dauert dann viele Stunden. Wenn der Kreislauf dann zusammenbricht, also bei einem Herzstillstand, dann ist der Patient für die Transplantation verloren, obwohl der Herzstillstand ein objektives und sicheres Todeszeichen in dieser Situation darstellt.
Im Übrigen wird dies in Deutschland schon deswegen kein Thema sein, weil man den Ärzten durch das bestehende Transplantationsgesetz jegliche Motivation für die Rekrutierung von Spendern genommen hat.
Grüsse Grille
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Re: Re: Non-heart-beating donors
21 März 2008 00:49es lohnt sich mal den Abschnitt Organisatorische Gründe für den Organmangel in der Stellungnahme des Ethikrates zu lesen:
www.ethikrat.org/stellungnahmen/pdf/Stel...ahme_Organmangel.pdf
Ich habe früher selbst einmal in einem Tx-Zentrum gearbeitet. Damals war einfach mehr Zug dahinter, viele Nieren zu rekrutieren um die Wartezeit auf der Liste gering zu halten. Das und der Transplantationserfolg waren Maßstäbe für die Qualität der Abteilung. Es war so, dass eine Niere nach Eurotransplant gemeldet wurde, während die andere Niere am eigenen Tx-Zentrum verblieb. Heute müssen beide abgegeben werden und was von Eurotransplant ans eigene Zentrum zugeteilt wird, ist nicht beeinflussbar. Damit sinkt die Motivation der Transplanteure an den Krankenhäusern Aufklärungsarbeit zu leisten. Auch die strikte Trennung der Ex- und Transplanteure ist in diesem Sinne kontraproduktiv.
Grüsse Grille
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