Probleme
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Probleme
07 Apr. 2003 14:48habe wieder mal ein Problem, vielleicht würde es auch besser in den Seelenspiegel passen, ich weiß es nicht. Meine Ma macht jetzt seit Juli 2002 Dialyse. Anfangs hatte sie schon Schwierigkeiten, dann wurde alles ein bischen besser. Jetzt habe ich den Eindruck es wird alles noch viel schlimmer, sie scheint mit der ganzen Situation nicht zurecht zu kommen, dauernd hat sie Durst (ich selber kann das nicht verstehen, ich habe fast nie Durst, aber ich darf ja auch trinken). Ständig tut ihr was anderes weh, ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch, aber irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, sie läßt sich ein bischen hängen. ich kann das alles so schlecht beurteilen, mir geht es ja gut und wenns mir mal nicht so gut geht, dann denk ich halt immer morgen ist es wieder besser. Sie klagt ständig über Kopfschmerzen und benutzt dann immer dieses Heilpflanzenöl, ich kann das bald nicht mehr riechen. Dann liegt sie fast nur noch auf dem Sofa rum umd sieht fern, ich kenne sie so gar nicht. Ich hoffe daß ihr jetzt nicht meint ich sei eine blöde Kuh, aber ich muß mir das einfach mal alles von der Seele reden, ich liebe meine Mama über alles, aber jeden Abend wenn ich von der Arbeit komme denk ich schon mit Schrecken dran, was heute wieder ist. Die Knochen tun weh, Kopfschmerzen, keine Luft oder oder oder? Wie kann ich ihr denn helfen. Ich habe auch schon mit dem Doc gesprochen, er sagt halt sie sollte ein bischen abnehmen und sich mehr bewegen, aber ich kann sie doch nicht zwingen. Meine Mama ist übrigens 60 Jahre alt und ich denke ein Pflegefall ist sie wegen der Dialyse doch nicht, oder? Sie ist auch so ganz anders geworden, versuche ich mit ihr zu reden wird sie gleich schnippisch und manchmal sogar richtig gemein, oder sie schaltet auf stur und sagt garnichts mehr. Vielleicht fehlt ihr eine Aufgabe, oder bräuchte sie evtl. Psychologische Unterstützung? Ich habe hier im Forum immer so das Gefühl, daß es den meisten von Euch recht gut geht, ihr habt eure Hobbys macht zum Teil sogar Sport, habt Kinder oder Beruf und bei meiner Mutter scheint irgendwie alles falsch zu laufen. Ich habe Sie schon ewig nicht mehr lachen sehen, meistens ist sie schlecht drauf, kennt ihr diese Verhaltensweise ? Kann ich helfen ?
Für Euer Verständnis und für viele Antworten danke ich euch schon jetzt. Und bitte nicht denken, ich sei blöd und hätte kein Verständnis, so ist es nicht, ich weiß daß meine Ma sehr krank ist, aber ein bischen positive Einstellung sollte sie doch trotzdem haben und mal 30 minütchen spazieren gehen sollte doch drin sein, oder?
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- johanna
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Re: Re: Probleme
07 Apr. 2003 16:02- Medikament (Antidepressiva). Damit hat sie sich lange nicht anfreunden können. Sie hat zwar noch immer Tiefs (vor allem am Morgen), aber ich glaube, dass sie nicht mehr so tief fällt. So fällt ihr das Sich-aufrappeln auch leichter. Eine Zeitlang hat sie fast nur noch geweint und den ganzen Tag gedöst oder geschlafen - so schlimm ist es dank der Medikamente nicht mehr.
- Ablenkung / Zuwendung / Zuhören - unheimlich wichtig. Wir Kinder rufen an, gehen vorbei, muntern sie auf (auch wenn wir immer wieder dasselbe erzählen), sie liebt Ausflüge mit dem Auto, Kontakt mit den Enkeln usw.
- ermuntern/helfen, aktiv zu bleiben: Haushalt, Garten, Basteln, sie macht auch im Auftrag der Gemeinde Geburtstagsbesuche, was sie zwingt, aus dem Haus zu gehen. Manchmal kann man mit Ideen, Organisation helfen.
Versuch auch etwas Raum für Dich zu behalten, damit Du jeweils wieder Atem holen kannst, um für sie da zu sein. Und: geteiltes Leid ist halbes Leid - je mehr Verwandte/Bekannte eingespannt sind, desto mehr Kraft bleibt dem Einzelnen.
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- chrisi
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Re: Re: Probleme
07 Apr. 2003 19:35du bist auf keinen Fall eine blöde Kuh. Wir haben bei uns im Dialysezentrum auch so ein paar Spezies.
Deine Mutter macht ihre Krankheit zum Beruf. Da macht sie einen großen Denkfehler. Dialyse macht nicht krank, sondern, im Gegenteil, sie macht uns wieder einigermaßen fit für den Alltag. Die vielen, auch älteren berufstätigen, beweisen es immer wieder. Deine Mutter muss raus. Sie soll ja auch keine Höchstleistungen mehr bringen, aber spazieren gehen oder ein paar Hobbys nachgehen, muss einfach drin sein. Hat sie denn keine Freunde, die sie mal ein bisschen auffangen?Deine Mutter scheint in ihrer Krankheit zu schwelgen. Ok, ab und zu geht es einem wirklich mal nicht gut, aber das geht Gesunden doch auch so. Gegen den Durst gibt es allerhand Mittel, die hier einfach zu weit führen. Ich werde dir mal ein paar Tipps zumailen, falls du eine Userseite hast, in der ich deine addy entnehmen kann.
Ich kann dir noch folgendes Buch empfehlen: Mut zur Notwendigkeit von Prof. Herbert Stradtmann, einem Nephrologen, der in Bad Wildungen praktiziert. ISBN-387409278. Diese Buch ist extra für Dialysepatienten geschrieben, einfach, ohne fachchinesisch und sehr positiv gehalten. Villeicht hilft es ja ein bisschen.
Alles Gute für dich und deine Mutter
chrisi
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- chrisi
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Re: Re: Probleme
07 Apr. 2003 19:41leider hast du keine userseite und somit habe ich keine e-mailadresse. Du kannst mir gerne mailen, nur bitte deine adresse nicht hier ins forum schreiben.
Grüße
chrisi
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- chrisi
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Re: Re: Probleme
08 Apr. 2003 14:51das was du schreibst, widerspricht sich in keinster Weise dem, was ich geschrieben habe.
Da kommt wohl so einiges zusammen und jeder Mensch ist auch anders gestrickt.
Vielleicht gehe ich auch ein bisschen zu sehr von mir aus.
Wie dem auch sei, wenn die Psyche nicht stimmt, stimmt das körperlich auch nicht. Wenn man eine Krankheit noch nicht verkraftet hat, schwelgt man halt darin.
Alles Liebe nach Schwerin und ans Petermännchen
chrisi
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Re: Re: Probleme
08 Apr. 2003 15:02Es ist zwar schon 8 Jahre her.Aber trotzdem ich war irre gemein.Ich dachte ,ich bin nichts mehr wert. Ich bin zwar über 20 Jahre jünger als Deine Mutter.Aber glaube mir, ich war auf meinen Mann eifersüchtig,das er zu Arbeit gehen kann,und ich muss zu Dialyse.
Aber ich stimme silber zu. Sie hat sich damit noch nicht abgefunden.Hat sie denn vorher noch gearbeitet???
Kannst mir gerne Mailenspschwien@aol.com
Lieben Gruß Petra
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Re: Re: Probleme
09 Apr. 2003 13:53ja meine Mutter hat vorher gearbeitet beim Spielwarengiganten Matell und sie ging voll in Ihrem Job auf. Sie hörte aber auf zu arbeiten bevor Sie zur Dialyse mußte, daß Sie Nierenkrank ist wußten wir schon ca. 4 Jahre, aber als es dann soweit war, war der Schock doch noch groß, weil auf einmal alles so schnell ging. Ich hoffe jetzt mal auf die Kur, die Sie am 9.7 macht, vielleicht wird ja dann alles wieder etwas besser.
Susanne
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Re: Re: Probleme
09 Apr. 2003 13:56ich bin zwar nicht Chrisi sondern Susanne, aber ich war der Anstoß zu eurem Wortwechsel. Ich weiß zwar auch nicht genau was schwelgen bedeutet, aber ich glaube ich habe schon verstanden, was Chrisi damit meint. Auch, daß meine Ma ihre Krankheit zum Beruf macht verstehe ich glaube ich schon so, wie es Chrisi gemeint hat.
Also alles in allem verstehen wir uns alle untereinander ganz gut und ich bedanke mich für Eure Ratschläge und Unterstützung, hat mir auch echt geholfen mir einfach mal alles von der Seele zu reden.
Danke
Susanne
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- chrisi
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Re: Re: Probleme
09 Apr. 2003 18:32die Grüße kannst du ins Siegerland schicken. Das mit dem schwelgen war ein Wortspiel. Natürlich hat das was mit Lust zu tun. Solche Leute gibt es zudem auch, die Lust an ihrer Krankheit haben, aber damit meine ich keine hier Anwesenden.
Die Krankheitheit zum Beruf machen, bedeutet, dass sie den Hauptteil deines Lebens einnimmt, der Dreh- und Achselpunkt in deinem Leben ist. Beschäftigen sollte man sich schon damit, aber nicht unbedingt 24 Stunden am Tag.
Ich verwende halt gerne schon mal Synonyme.
Alles Gute
chrisi
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Re: Re: Probleme
09 Apr. 2003 19:49Soviel Zeit muss sein
chrisi
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Re: Re: Probleme
11 Apr. 2003 19:23bei allen Problemen, die Deine Mutter hat, finde ich toll, wie lieb Du Dich um sie bemühst. Ubd gerade deswegen möchte ich noch einmal betonen, was auch in einer Abtwort schon nebenbei anklang: laß Dich nicht von ihren Stimmungen mit runter ziehen. Schließlich bist Du ja wohl nicht als Kindermädchen engagiert - oder? Es mag zwar hart klingen, aber ich meine wirklich, daß es auch zu einem guten Teil an uns PatientInnen selbst liegt, ob wir uns in Leidensmine austoben oder die Dialyse als Ermöglichung von Weiterleben begreifen. Ich finde, letzteres steht uns besser zu Gesicht. Alles Gute für Dich wie auch Deine Mutter Debi
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Re: Re: Probleme
14 Apr. 2003 08:34Also vielen Dank und bis bald Susi
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