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Dialysepflichtig nach OP mit Herz-Lungen-Maschine?

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Dialysepflichtig nach OP mit Herz-Lungen-Maschine?

23 Sep. 2026 11:50
#
Moin ihr Lieben,

ich musste wg. Vorhofflimmern zum Kardiologen. Der hat leider ein Aneurysma der Aorta festgestellt, das operiert werden muss. Dazu muss ich an die Herz-Lungen-Maschine. Es ist wg. des Einsatzes der Herz-Lungen-Maschine mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ich direkt im Anschluss dialysiert werde. Bei den meisten Operierten ist dies nur vorübergehend. Da meine eGFR aber mittlerweile nur noch 16 beträgt, gehe ich davon aus, dass meine Nieren nach der OP ihre Arbeit völlig einstellen und ich dauerhaft dialysepflichtig werde. 

Meine Fragen:
ist jemand von euch bereits mit Herz-Lungen-Maschine operiert worden und wurde danach (vorübergehend) dialysiert? Führte diese OP zur finalen Insuffizienz? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Ich schiebe ziemliche Panik wg. der OP, aber es gibt keine Alternative. Und ja, ich weiß, man kann auch mit Dialyse leben. Meine Nierchen haben die letzten 5 Jahre trotz seit Jahren niedriger eGFR und einer Sepsis so toll durchgehalten, dass selbst mein Nephrologe erstaunt ist. Ich hatte gehofft, ich hätte noch etwas Zeit …..

Ich danke schon mal für eure Antwort. 
Viele Grüße 
Coupe
 

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  • Feodora
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Re: Dialysepflichtig nach OP mit Herz-Lungen-Maschine?

23 Sep. 2026 22:34 - 23 Sep. 2026 22:36
#
Guten Abend, Coupe,

glücklicherweise kann ich nicht aus Erfahrung sprechen und meine Mutter war bereits Dialysepatientin, als sie wegen extrem verkalkter Aortenklappe eine OP am offenen Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine benötigte.  
Fakt ist, dass beim Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und einer gewissen Ischämiezeit das Risiko für akutes Nierenversagen (bei Nierengesunden) steigen kann. Dass für Nierenkranke mit vorgeschädigten Nieren und verminderter Filtrationsrate die Gefahr dafür erheblich höher ist, ist somit logisch. Mit deiner eGFR von nur noch 16 ml/min kann ich deine Sorgen und Ängste deshalb sehr gut nachvollziehen.

Auch wenn der Einsatz dieser OP-Methode für dich vermutlich eher gering sein dürfte – in Deutschland soll diese Methode nämlich erst seit ganz kurzer Zeit zum Einsatz kommen, wohingegen sie in Großbritannien und in Österreich schon etwas länger angewandt wird – möchte ich einmal auf diese PEARS-OP hinweisen. PEARS = „Personalized External Aortic Root Support“.  

Es wird auch darauf ankommen, wo genau die Aorta bei dir operiert werden muss, beispielsweise an der Aortenwurzel oder am Aortenbogen.  
In Lübeck und Kiel kommt dieses Verfahren zur Stabilisierung eines Aortenaneurysmas (ohne Herz-Lungen-Maschine) ganz neu zum Einsatz. [url] www.uksh.de/260518_pi_pears-path-13576,9874,13830,236126.html [/url] 
In Heidelberg soll auch schon so operiert worden sein, wobei es dort – wenn ich das auf die Schnelle richtig verstanden habe – eher um den Aortenbogen geht: [url] www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/...ration-in-herznaehe/ [/url]# 

Im Herzklappen-Forum gibt es einen eigenen Thread zur PEARS-Methode (ich habe den nicht komplett gelesen). 2021 berichtete dort ein Patient aus Deutschland, der sich extra in Großbritannien operieren ließ, um die Herz-Lungen-Maschine mit Herzstillstand zu umgehen und andere schrieben von ihrer OP in Wien bei Prof. Kocher.

Vielleicht schaust du dich in diesem Thread mal etwas um:[url] www.die-herzklappe.de/forums/index.php?/...der-aorta-ascendens/ [/url] 
Die Beiträge und Links speziell vom User Micha1969 fand ich hilfreich.  

Du kannst deinen Kardiologen ja einmal unverbindlich danach fragen, ob PEARS bei deiner Aneurysma-Problematik in Frage käme? (Die Methode soll allerdings noch nicht allzu vielen niedergelassenen Kardiologen bekannt sein.)  

Wie viele Millimeter weist deine erweiterte Aorta denn auf? Soll/muss die Operation schon sehr zeitnah angegangen werden?  

Es tut mir wirklich sehr leid, dass dich diese Diagnose getroffen hat. Es ist nicht verkehrt, dass du dich gedanklich schon mit einer postoperativen (Dauer-)Dialyse auseinandersetzt. Wenn's dann nachher positiver aussehen sollte als befürchtet, wirst du dich jedenfalls leichter an evtl. nur vorübergehende Dialyse gewöhnen können als im umgekehrten Fall. 

Die von dir geäußerte Befürchtung ist aber bedauerlicherweise realistisch – so meine laienhafte Einschätzung.    

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