Kohlenhydrate zur Energieversorgung bei der Hämodialyse.
Trotz einer ausreichenden energetischen Versorgung von
täglich 30 bis 35 kcal / kg Körpernormalgewicht an der
Hämodialyse (bei Unter- oder Übergewicht ist der Energiebedarf
entsprechend zu korrigieren) findet sich häufig bei Dialysepatienten
ein zu geringer Kohlenhydratanteil bei einem zu hohen
Fettanteil in der Kost.
Eine Sekretärin ist 158 cm groß und liegt mit 60 kg
bezüglich ihres
Körpergewichts im Normalbereich.
Damit liegt ihr energetischer Bedarf bei circa 1800 kcal.
Nun
sollte die Hälfte des energetischen Bedarf oder 900 kcal aus Kohlenhydraten stammen.
Dies entspricht 225 g Kohlenhydrate, was an einem fiktiven Tag erreicht werden
kann durch:
- 2 Scheiben Weizenmischbrot + 2 TL Marmelade,
- 75 g Reis (Trockengewicht) + 150 g grüne Bohnen (in
Wasser gegart) + 1 Gemüsezwiebel
- 75 g Maisgrieß (Trockengewicht) + 100 g Birne
gekocht + 100 g Apfel frisch
Dieses Basisernährung muss selbstverständlich durch
Eiweißträger und
hochwertige Fette ergänzt werden.
Da das Dialysat bei der Hämodialyse glukosefrei ist,
kann mit einem Glukoseverlust in das Dialysat von bis
zu 25 g pro Dialysesitzung gerechnet werden. Ist nun
die Kohlenhydratzufuhr nicht ausreichend, greift der
Körper auf Proteine zur Energiebereitstellung zurück.
Dieser Strategie des Körpers gilt es in jedem Fall entgegenzuwirken,
denn sie bedeutet eine zusätzliche Belastung des Kreatinin-,
Harnstoff- und Phosphathaushalt. Außerdem führt dies
zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefinden eines Betroffenen
und steigert dessen Komplikationsrate.
Kohlenhydratquellen:
Brot: Entsprechend des Energiebedarfs bis zu 150 g pro
Tag:
Weiß-, Grau-, Misch-, Weizentoastbrot, Baguette, Fladenbrot, Zwieback, Pumpernickel;
(Anmerkung: Vollkornbrote ohne Teigsäuerung nur solange die Blutwerte für Kalium
dies zulassen)
Beilagen:Entsprechend des Energiebedarfs:
Stärke gefolgt von Weizenmehl Typ 405, Cous-Cous, Weizengrieß, Maisgrieß und
poliertem Reis liegt bezüglich Kalium und Phosphat am günstigsten. Es folgen
Teigwaren eifrei, Hirse, Graupen (z.B. Gerstengraupen), gewässerte Kartoffeln
und Buchweizengrütze und sonstige Weizen- bzw. Roggenmehle.
Obst: Als Kohlenhydratquelle und für die Variation:
gekochte Äpfel, Birnen und Heidelbeeren, Moosbeeren und Preiselbeeren ohne Verwendung
der Flüssigkeit liegen am günstigsten. Von diese Obstsorten können auch 100 g
pro Tag frisch verzehrt werden; Marmelade (entsprechend des Energiebedarfs bis
zu 4 TL pro Tag)
Sonstiges:
Cornflakes