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pro   CAPD - Weiter

25.07.10
<anonym>
Ich mache CAPD seit knapp einem Jahr. Mir fiel es nicht leicht, mich dafür zu entscheiden, weil ich die CAPD nur aus den Informationen meines Arztes kennenlernte. Der Schlauch im Bauch hat mich echt abgeschreckt! Dazu die Infektionsgefahr, beengte Wohnverhältnisse...
 
Überreden lassen habe ich mich wegen der vielen Zentrumsaufenthalte, die ich nicht wollte. Eine richtige Entscheidung war das aber nicht, eher ein Ausprobieren. Zu einer Entscheidung war ich gar nicht fähig, da ich wegen der Vergiftung im Körper sehr starke dauerhafte Schmerzen, v.a. Kopfschmerzen hatte.
 
Inzwischen weiß ich, dass die CAPD die absolut richtige Entscheidung war, denn ich kann nicht nur mein normales Leben weiterleben, sondern ein neues Leben mit viel höherer Qualität hat begonnen!
 
Arbeiten war zwar schon vorher nicht mehr möglich, aber der gesundheitliche Zustand vor und während der Dialyse ist wie der Vergleich von Tag und Nacht. Schmerzen und Depressionen - alles weg! Inzwischen bin ich für 4 Stunden täglich wieder arbeitsfähig.
 
Ich führe 4 Wechsel am Tag durch, wobei ich nur eine Mindestzeit von 3 Stunden und eine Maximalzeit von 10 Stunden einzuhalten brauche. Bei Urlaubsfahrten oder Tagesausflügen reichen auch mal 3 Wechsel, wenn das Ausnahmen bleiben. Ich benutze nur die 1,5%-Lösung und das Fresenius-System.
Anfangs musste ich sicherheitshalber Wassertabletten nehmen, aber durch die Dialyse wird meinem Körper genug Wasser entzogen, so dass diese wegfallen konnten.
Ich darf alles essen und trinken, allerdings muss dieses - hier bin ich ein seltener Fall - kaliumhaltig sein. Ansonsten keine Einschränkungen.
 
Ein optisches Manko habe ich: Ich hatte bis zur CAPD Kleidergröße 38, nun ist es die 40. Das Bäuchlein sieht bei mir aus, als wäre ich im 3. Monat schwanger. Trotzdem ist mir dieser Fakt, der ab und zu für Belustigung sorgt, sehr viel lieber als ein Shunt und dieses ewige Gestochenwerden bei der HD.
Ein weiterer Nachteil: Da ich sehr schlank bin, kann ich den Schlauch im Bauch öfter an der Blase spüren, besonders beim Auslassen der Flüssigkeit. Das ist manchmal auch etwas schmerzhaft, wird jedoch sofort wieder erträglich oder kaum noch spürbar, sobald neue Flüssigkeit im Bauch ist.
Eine praktische Einschränkung gibt es auch: Ich lebe mit Mann, Hund und Katze in einer 2-Zimmer-Wohnung. Allzuviele Lagermöglichkeiten gibt es nicht, deshalb werde ich im 14-tägigen Rhythmus mit den Materialien beliefert.
 
Für den Urlaub lasse ich mir die Materialien direkt an den Urlaubsort liefern. Bedingung sind rechtzeitige Bestellung und dass jemand vor Ort die Sachen entgegennehmen kann.
 
Leider reagiere ich auf fast alle Pflaster allergisch und Fresenius hat sich bis jetzt nicht so flexibel wie gewünscht gezeigt. Ich hoffe, dass wir das auf die Dauer noch hinbekommen.
 
Insgesamt genieße ich meine Unabhängigkeit - wenn nichts dazwischenkommt, brauche ich nur alle 6 Wochen ins Zentrum. Dort wird dann Blut abgenommen und ich gebe Proben vom Dialysat sowie Urin ab. Die ganze Zeit habe ich eine Krankenschwester für mich allein und jedes Mal hat ein Arzt für mich Zeit.
Für eventuelle Schwierigkeiten zu Hause habe ich eine Telefonnummer bekommen, unter der ich zu jeder Uhrzeit einen meiner Nierenärzte erreichen kann. (Das war aber noch nicht nötig.)
Ich fühle mich wirklich gut betreut!
 
Durch die CAPD, welche als Heimdialyse zählt, habe ich einen Behindertengrad von 100%. Durch die Dialyse überhaupt zähle ich als chronisch Kranke und habe entsprechend Vergünstigungen bei der Krankenkasse.
 
Die CAPD ist das Beste, das mir in meiner Situation passieren konnte! Ich möchte jedem, bei dem diese Dialyseform möglich ist, dazu raten.

16.06.10
mirimaus:
Hey an alle ,die noch vor der Dia stehen.
Mir wurde seinerzeit zur Capd geraten,da die ersten Shunts immer wieder zugingen.Leider hatte ich mich von Anfang an dagegen gesträubt und die unzähligen Qualen weiterer Op auf mich genommen.Nach 10Shunts und 2 xKatheder (war auch nichts) manchmal 8-10 Stunden bei der Hämo blieb mir 09 nichts anderes übrig, hatte keine Wahl mehr als mich für die Bauchfell zu entscheiden und habe dies nicht bereut.Kann wieder mehr trinken,brauch nicht sooo genau aufs Essen achten,muss nicht mehr an streng festgelegten Tagen (Problem war für mich,an Ostern Weihnachten u.sonstigen Feiertagen) zur Hämo,wusste ja nie wann ich rauskam.Ich kann und war schon im Urlaub,muss mir keine Diapraxis suchen,klappt prima im Hotel.Ich kann wieder in die Sauna,kann schwimmen gehen und bin in meiner gewohnten Umgebung,wenn ich die Dia mache.Ein übriges Zimmer dient mir zur Dia,kann nebenbei lesen,fernsehen,oder in Ruhe ein Nickerchen machen.Habe mich an den plus-minus 4 Stundentakt gewöhnt und bisher lief alles gut.Hoffentlich bleibt es auch so.Wie gesagt,möchte nicht mehr an die Stunden die ich Hämo gemacht habe denken. Gebe aus meiner Sicht momentan nur eine pro Meinung zur CAPD.
gruss mirimaus 

10.01.10
suselle:
Rückblick:
Für mich eignete sich damals zuerst die Capd, da ich sie gut in meinen Tagesablauf einbauen konnte.
Insgesamt 4 Wechsel , einen noch im Bett vor dem Frühstück, nach dem Mittagessen mit einem Buch dazu, nach dem Abendessen mit einem Buch dazu und vor dem Schlafengehen bereits im Bett. Es ist jeweils eine halbe Stunde einzuplanen.

Leider erfährt man erst mit Beginn der CAPD, ob man ein "Schnell-" oder "Langsamtransporter" ist. Mein Bauchfell war ein "mittlerer Transporter"; ich hatte die volle Wahl. Ich konnte auch den Cycler für Nachts wählen, blieb jedoch bewusst bei den vier täglichen Wechseln. Diese habe ich nicht nach einer starren Zeituhr ausgeführt, sondern unter Beachtung der Mindest-/Maximal-Verweildauer auch zu anderen Zeiten, z.B. am Wochenende. Ich war trotzdem gut dialysiert, solange ich die vier täglichen Wechsel einhielt. Ich habe bis zum Ende der CAPD mit schwachen Zuckerlösungen dialysiert und zuletzt lieber auf die Trinkmenge geachtet als mein Bauchfell unnötig zu schädigen.
Die zwei Bauchfellentzündungen nach 5,5/bzw. 7 Jahren waren zu ertragen.

Von den Ausführungen der Ärzte, dem Besuch des Zentrums und dem Gespräch mit einer CAPD-Patientin blieb mir als wichtigstes im Gedächtnis:
- Die Dialyse findet täglich/kontinuierlich statt, ähnlich zur normalen Nierenfunktion.
- Ich kann weiterhin Obst und Gemüse essen. Ich musste anfangs keine Flüssigkeit meiden. Im Gegenteil, anfangs musste ich noch etwas mehr trinken, da mein Bauchfell sehr gut arbeitete.
- Ich pack meine CAPD-Sachen (eigener Packsack), bin unterwegs und muss keine Zentren beachten.
- Die Restfunktion/Wasserauscheidung der Niere bleibt länger erhalten. Bei der HD kann diese schneller nachlassen.
- Ich wollte meine Arme unbeschädigt lassen und nahm dafür meinen Bauch in Anspruch. Der Katheter ist nicht so ohne. Da muss man zu stehen und sehr gut drauf aufpassen und gut befestigen und pflegen. Man nimmt in Kauf, etwas in der Taille zu wachsen (1-2 Taillengrößen). Und die ersten 6 Monate muss man sich echt schonen, damit alles gut einwächst im Waschbrett, falls vorhanden.
- ich soll nicht mehr schwimmen: war mir egal, kann ich eh nicht.
Nach 7 Jahren und vier Monaten CAPD  habe ich noch 1 Jahr und vier Monate HD mit einem ZentralVenösenKatheter (einlumiger Demers-K.) erlebt.
Dies hat bis zur Transplantation geklappt.
 
Ich hoffe, wenn es wieder soweit ist, kann ich wieder CAPD durchführen.
 
rüberwink, suselle

12.12.09
winnimaus:
Ich mache nunmehr seit 2 1/2 Jahren die CAPD, bin sehr zufrieden, da wie alle auch
schon sagten, man ein freier Mensch ist trotz viermaligem Wechsel, man muß nicht so
aufpassen, was man ißt und was noch ein großer Vorteil ist, ich kann trinken so viel ich
will, meistens ist das noch zu wenig. Leider hat mich vor zwei Wochen eine Peritonitis aus
heiterem Himmel erwischt, der Auslaufbeutel hatte ein Loch und ich sah es zu spät und habe es
nicht tragisch genommen, aber eineinhalb Tage später in der Früh haben mich dann die Schmerzen
eingeholt, aber nach 3 Tagen starker Schmerzen ging es mir Dank dem Antibiotikum wieder besser.
 
Jetzt funktioniert das Bauchfell wieder einwandfrei, aber ich hoffe ich bleibe von einer weiteren
Peritonitis verschont.
 
Ich kann allen, die vor der Entscheidung stehen, nur empfehlen, die CAPD zu machen, wobei ich
dazu sagen muß, daß ich auch drei Monate HD gemacht habe, aber ich möchte an diese Zeit gar
nicht mehr zurückdenken.
 
alles Liebe allen Nierenpatienten, winnimaus

10.11.09
<anonym>

Hallo DO-User !

Ich mache seit April 09 PD und bin sehr glücklich damit.

Vorteile:

-Unabhängigkeit

-ich kann alles essen und trinken

-ich bin nicht an feste Zeiten gebunden, kann um 11.00 oder auch um 11.30 Uhr dialysieren.

-ich bin zuhause - oder dialysiere dort, wo ich grad bin !

-ich blute nicht ständig


07.08.09
hpwn:
Hallo,
CAPD hat bei mir ziemlich genau 2Jahre funktioniert.
Da ich sehr dick bin reicht die CAPD ohne Restfunktion der Niere leider nicht mehr aus.
Nun zum Pro CAPD .
Ich habe die letzten 2 Jahre ein weitgehend normales Leben geführt und ich habe die Wechsel so gut das ging in den Alltag einfliesen lassen.
Da ich im Aussendienst tätig bin habe ich die Heizplatte im PKW mit einem Spannungswandler betrieben hat toll geklappt.
Und zu Hause habe ich mich angezapft und bin dann mit dem Beutel unter dem Arm an den Tisch gesessen um Frühstück, Mittag oder Abendessen während dem Wechsel zu essen.
So hatte ich fast keinen Zeitverlust durch die Wechsel.
 

15.06.09
Bz:
15.06.2009 - Wolfgang (57 Jahre)
bin seit 16.01.2007 dialysepflichtig und 100% überzeugt von der PD. Gründe:
- Längere Restausscheidung-
- kann fast alles essen u. trinken
- besser für Herz- u. Kreislauf
-fördert die Selbständigkeit, die Verantwortung und man ist flexibler.
Schade nur, dass der persönl. Aufwand und der ganze Müll sich nicht finanziell auswirken. Hatte jetzt meine erste Bauch-
fellentzündung mit starken Schmerzen und Atemnot. Nach 1
Woche alles ok. Allein die ganze Stecherei, Katheterpro-
bleme, entzündete Shunts ect.sprechen (so mein Mitpa-
tient im Krankenhaus) gegen die Hämodial.
Herzl. Grüße

18.05.09
groovylady:
Hallo

seit ca. 15 Jahren weiß ich von meiner Niereninsuffizienz aufgrund eines angeborenen Refluxes in den Harnröhren.
Seit ca. 10 Jahren war ich aber erst in nephrologischer Behandlung.
Damit konnte meine Dialyse so weit nach hinten verzögert werden, durch Medikamente und
Ernährungsumstellung.
In dieser Zeit hatte ich genug Gelegenheit mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Was ich von Anfang an nicht wollte, war zeitlich so eingespannt sein, dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann.
Für mich kam aus diesem Grunde nur die Cycler Methode in Frage, da ich tagsüber meinen Verpflichtungen nachkommen kann, mich um meine Kinder kümmern kann und
Geld verdienen kann.
Die Hämodialyse mit der Aussicht alle 2 Tage ins Zentrum für mehrere Stunden wäre meine letzte Wahlmöglichkeit.
Seit ca. 3 Wochen bin ich nun an der CAPD
Laut Auskunft der Ärzte kann man den Test für den Cycler erst in 3 Monaten machen.
Momentan geht es mir super und ich kann alles machen was ich will, mit der zeitlichen Einschränkung
von jeweils einer halben Stunde 4 x am Tag.

Für die CAPD spricht für mich,
1. Flexibilität
2. die geringste zeitliche Belastung
3. fast keine Einschränkungen in Ernährung und Trinkverhalten
4. volle Berufstätigkeit
5. Bestmöglice Erhaltung der Restnierenfunktion

ob das letztlich alles so hinkommt wird sich zeigen.
Aber die Krankheit ist nun mal da und ich muss sie einfach in meinen Alltag integrieren.

( und nach lesen der übrigen pro und kontras kann mir doch keiner erzählen, dass er mit der HD nicht ständig an seine Krankheit erinnert wird - das Argument dürfte wohl für beide Formen für jeden unterschiedlich zutreffen oder eben nicht )





07.02.09
Ute:
Hallo,
 
ich bin seit Oktober 08 dialysepflichtig und mache von Beginn an CAPD. (4 Beutelwechsel á 2,5 l am Tag)
 
Habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich sah vor allem große Probleme, den Beutelwechsel tagsüber im Büro durchzuführen. Diese Sorge hat sich als vollkommen unbegründet herausgestellt.
 
Nun bin ich froh, dass ich dem Rat meines Nephrologen-Teams gefolgt bin und mich für CAPD entschieden habe.
 
Kurz nach der Kathederimplantation ging es mir eine Weile nicht so gut. Aber nachdem dann endlich mit der Dialyse begonnen wurde, ging es stetig bergauf.
 
Ich bereue meine Entscheidung nicht und wünsche mir, dass mein Bauchfell so lange mitmacht, bis ich transplantiert werden dann.
 
Ich kann diese Form der Dialyse nur empfehlen
 
Gruß
 
Ute
 

06.02.09
Gerhard:

Hallo, ich bin Gerhard und seit 15.12.2007 "Dialysepflichtig".

Seit 28.5.2008 mache ich CAPD, seit 1.7.2008 mit dem Cycler (Baxter) bei Nacht.

Für mich ist die CAPD DAS Einzig wahre (nach einer funktionierenden eigenen Niere).
Die Gründe:

  • Damit bin ich selbständiger,
  • Ich bin selber für mich verantwortlich,
  • Ich muss nicht 3 x die Woche, zum Teil, Schwerstkranke sehen und dann Vergleiche mit mir ziehen.
  • Wenn ich in den Urlaub fahren/fliegen will muß nicht zwingend eine Dialysestation in der Nähe sein,
    diese muß dann auch keinen freien Platz für mich haben.

Wenn ich unterwegs bin:

  • steige ich für diese Zeit auf CAPD um oder
  • schleppe den Cycle mit.

Wenn es mal später wird (Party, Geburtstag, Sylvester):

  • Verkürze ich die Dialysezeit oder
  • schiebe einen Tagwechsel ein,
  • oder steige für 1-2 Tage auf CAPD um,
    ein Plätzchen für den Beutelwechsel findet man fast überall!

Wenn ich DOCH mal baden möchte:

  • Dank des Swan-Neck Katheders verschwindet dieser praktisch vollständig in der Badehose
    und ist fast unsichtbar. (natürlich abgeklebt)
  • im Urlaub (meißt am Meer) ist dies Dank des Salzwassers kein Problem
  • In der Badewanne verwende ich Kernseife als Badewasserzusatz
  • Duschen ist sowieso kein Problem.

Sauna:

  • Hier klebe ich Wasserdicht ab, damit ich auch mal kalt duschen oder den Wasserbottich benutzen kann.!

Kurz und gut, ich bin kaum eingeschränkt und einen Shunt, der mir den Arm verunstaltet habe ich auch nicht.




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