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Peritonealdialyse

Wie funktioniert die Peritonealdialyse ?

Die Peritonealdialyse (PD) ist eine sogenannte intrakorporale Blutreinigungsmethode, bei der das Blut den Körper des Patienten (im Gegensatz zur Hämodialyse) nicht verlässt. Das Peritoneum (Bauchfell), das die Bauchhöhle abschließt, dient bei allen Formen der Peritonealdialyse als Dialysemembran.

Über einen Dauerkatheter wird die Dialysierflüssigkeit in die Bauchhöhle eingeführt. Die Glukose in der Dialysierlösung setzt einen osmotischen Prozess in Gang. Durch Osmose passieren giftige Stoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut die körpereigene Membran und gelangen in die Dialysierflüssigkeit, die regelmäßig ausgetauscht wird.

 

Durch den kontinuierlichen Dialyseprozess ist die Peritonealdialyse eine besonders physiologische Behandlungsmethode. Analog zur natürlichen Aktivität einer funktionsfähigen Niere wird die Menge an giftigen Stoffen und überschüssiger Flüssigkeit im Blut konstant niedrig und stabil gehalten.

Das Peritoneum (Bauchfell)

Die Organe der Bauchhöhle werden komplett umschlossen von einer dünnen Membran - dem Peritoneum . Es besteht aus einer dünnen Zellschicht mit vielen winzigen Poren. Diese semipermeable , körpereigene Membran kann die Funktion eines Dialysefilters übernehmen. Je nach Körperbau und Größe beträgt die Gesamtoberfläche des Peritoneum s ein bis zwei Quadratmeter.

Vorbereitung auf die Peritonealdialyse

Damit das Peritoneum als Dialysemembran genutzt werden kann, wird mittels eines kleinen operativen Eingriffs ein dauerhafter Zugang zur Bauchhöhle geschaffen. Ein dünner Schlauch oder Katheter wird durch die Bauchwand implantiert. Sogenannte Cuffs, die unter die Haut und in die Bauchwand eingepflanzt werden, halten den Katheter sicher in seiner Position. Während der gesamten PD-Therapie verbleibt der Katheter ohne weiteren Eingriff in der Bauchhöhle. Zur Dialyse werden an den Katheter Beutel mit Dialysierflüssigkeit angeschlossen, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen.

Wo und wie oft wird dialysiert?

Neben den physiologischen Qualitäten der PD gehört zu den großen Vorteilen dieser Therapieart, dass sie praktisch überall durchgeführt werden kann. Bis auf eine Ausnahme hat jede PD-Variante ein spezifisches 24-Stunden-Intervall, das immer genau gleich abläuft.

Je nach Therapieform erfolgt die PD über Nacht als Heimdialyse mit automatisiertem Austausch der Dialysierflüssigkeit oder tagsüber mit manuellem Beutelwechsel. Dies kann zu Hause, bei der Arbeit oder anderswo geschehen. Wichtig ist hierbei nur, dass ein hygienischer, ungestörter Platz zur Verfügung steht.

Unterschiedliche PD-Therapieformen

Die manuelle Methode der Peritonealdialyse , die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse ( CAPD ), ist die am häufigsten angewandte PD-Therapieform. Daneben gibt es auch verschiedene Formen der automatisierten Peritonealdialyse (APD). Arzt und Patient wählen gemeinsam die PD-Therapieform, die medizinisch optimal passt und sich bestmöglich in den Tagesablauf des Patienten integrieren lässt.

PDC - persönliche Dialysekapazität

Mittels eines einfachen Tests wird die individuelle Dialysekapazität eines Patienten exakt ermittelt: Dazu wird ein Schema für den Beutelwechsel festgelegt, das dem genauen Bedarf des Patienten bereits weitgehend entspricht. Über 24 Stunden hinweg werden das Dialysat nach dem jeweiligen Beutelwechsel und der Urin gesammelt und anschließend analysiert.

Zudem wird vor und nach dem Test eine Blutprobe entnommen und untersucht. Auf Basis dieser Daten lässt sich die persönlche Dialysekapazität durch ein Computerprogramm ermitteln. Aus dem Resultat kann der Arzt die bestgeeigneste Therapiemethode ableiten. Mittels PDC wird auch während der Therapie die Effizienz der gewählten Therapiemethode und des individuellen Behandlungsschemas regelmäßig überprüft.


Quelle: Gambro




Letzte Änderung des Artikels: 2006-10-22 15:16
Verfasser des Artikels: Thomas Woerpel
Revision: 1.5