Ballaststoffe bei Niereninsuffizienz
Warum sollen Ballaststoffe verwendet werden?
Da Ballaststoffe im Darmtrakt zu einer vermehrten Ausscheidung von Eiweißabbauprodukten
beiträgt, empfiehlt sich eine Aufnahme zwischen 30 g und 40 g.
Welche Ballaststofflieferanten sind problematisch?
Kompliziert wird die Aufnahme dadurch, dass Ballaststoffe aus Kohlenhydratträgern
Getreide und Hülsenfrüchte relativ phosphatreich sind und daher nicht unbegrenzt
eingesetzt werden können. Andererseits ist das Phosphat aus diesen Produkten
aber nur begrenzt (circa 50%) für die Resorption verfügbar. Letzteres gilt allerdings
nicht für Sauerteigprodukte, denn der fermentative Prozess erhöht die Verfügbarkeit
von Phosphat.
Solange keine
erhöhten Blutkaliumwerte vorliegen
sind die Ballaststoffe aus Obst unbedenklich. Gleiches gilt für die Ballaststoffe
aus Gemüse. An dieser Stelle soll angemerkt werden, dass die Artischocke,
die Pastinake, die Schwarzwurzel und Topinambur speziell hohe Ballaststoffkonzentrationen,
aber auch relativ viel Phosphat und Kalium enthält.
Welche Spezialprodukte gibt es?
Zum Eindicken von Soßen und zur Ballaststoffanreicherung von Mehl kann Guar-Guar
(z.B. im Reformhaus erhältlich) verwendet werden. Guar-Guar wirkt sich nachweislich
positiv auf den Blutzuckerspiegel aus und erhöht die Ausscheidung von Proteinabbauprodukten.
Gleiches gilt für Indische FlohsamenundLactulose. Dabei verbessern beide Substanzen
zusätzlich die Darmfunktion und gleichzeitig wirken sich die Indischen Flohsamen
auf den Cholesterinstoffwechsel positiv aus. Voraussetzung zum Einsatz der genannten
Ballaststoffe ist allerdings eine großzügige
Flüssigkeitszufuhr, was bei Niereninsuffizienz
ohnehin wichtig ist.