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III.Fachtagung des ASD e.V. Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in der Dialyse

Professionalisierung von Sozialarbeit - eine offene Entwicklung
  Die generalistische Entwicklung Sozialer Arbeit
  Sozialarbeit in ihrem Verhältnis zu Therapie
  Alltags- und lebensweltorientierte Sozialarbeit
  Betriebswirtschaftliche Fundierung
  Sozialarbeit im Management der Unterstützung
  Der spezifische Versorgungsauftrag im Gesundheitswesen
  Sozialarbeit und Selbsthilfe: zivile Kompetenz
Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Überblick über Lebensqualtitätsmeßinstrumente
  Aktuelle Studien zur Beurteilung von Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Zusammenfassung und Ausblick
 
Aspekte der schulischen und beruflichen Rehabilitation nierenkranker Kinder und Jugendlicher
   
Sozialrechtliche Situation ausländischer Dialysepatienten
  Ausländische Urlauber/Grenzgänger
  Immigranten
  Asylbewerber
  Zusammenfassung
Kurzpflegeeinrichtungen für Dialysepatienten
  Vorteile einer Dialyse-Kurzzeitpflege
Bewältigung von Krisen
  Wie läßt sich Krisen vorbeugen?-- Lösungsansätze --Zusammenfassung der Diskussion
 

 

 3. Fachtagung des ASD e.V.

Wie läßt sich Krisen vorbeugen?

Wichtig ist, Entfaltung zu fördern, Gestaltungspotentiale der Patienten zu erweitern, ihre Einbettung in das soziale Netz zu stärken (z.B. Familienkonflikte früh beachten, nach Lösungen suchen).

Wenn möglich, sollten Einengungen der Lebensführung verhindert oder abgefangen werden. Hier sind praktische Regelungen oft hilfreich (Organisation einer Haushaltshilfe, bevor die Wohnung im Chaos versinkt).

 

Lösungsansätze

Zunächst ist es wichtig zu prüfen, ob eine Krise vorliegt oder gar mehrere Krisen zusammen (z.B. Alternskrise und Verlustkrise). Abhängig von der Art der Krise, dem besonders bedrohten inneren Wert ist auch das Ausmaß möglicher Hilfen durch das soziale Netz.

* Was kann helfen?

  • Zu allererst ist es nötig, die Angstspannung zu lösen, erst dann können andere, helfende Energien frei werden. Vertrauen gewinnen,
  • Jemanden finden, der zuhört und versteht, Krise "zur Sprache" bringen, eigene Ausweglosigkeit formulieren.

* Hilfe von innen

  • Läßt sich das Problem neu definieren, werden Ansprüche an sich selbst (und andere) neu formuliert, ist das ein schöpferischer Prozeß, der aus der Krise führt. Neue Handlungsmöglichkeiten und
  • Hilfsquellen werden entdeckt, z.B. Ressourcen in der Familie.

* Hilfe von außen

  • Familie, Freunde, professionelle Helfer
  • Hier ist es wichtig, die Perspektiven aller Beteiligten zu beachten:
  • Betroffene selbst, Familie, Dialyseteam. Wer hat welches Ziel, welche Erwartungen an den Zustand nach der Krise

Ein Mensch tritt zwischen die Krise und den Kriselnden und leitet den Perspektivenwechsel ein, verändert den Kontakt des Patienten zur Krise, erweitert Handlungsangebote von außen, verändert den Umgang mit Barrieren (sozial und materiell) und mindert so die Belastung und die Spannung.

Ersatz für wichtige Bezugspersonen

Bei mangelnder Verfügbarkeit einer engen Bezugsperson kann einem oder mehreren Mitgliedern des Teams diese Ersatzfunktion zufallen, er oder sie werden dann zu dem GESICHT, zu dem GEGEN - ÜBER, von dem Canetti spricht, das wir brauchen, um leben zu können.

Ermutigung beim Kämpfen um Veränderung

Pflegeteam und SozialarbeiterInnen haben wichtige Funktionen auch dort, wo es darum geht, die Patienten zu stärken, neue Ideen zu entwickeln, daran zu glauben, daß ein gegenwärtig schlechter körperlicher Zustand nicht so bleiben muß, spezialisierte Hilfen bei Langzeitfolgen von Dialysebehandlung zu organisieren, es mit einer Kur zu versuchen usw.

Dennoch stellt sich in vielen Krisensituationen die Frage:

Muß gleich gehandelt werden oder ist es nicht vielmehr hilfreich, in die vorübergehende Ohnmacht einzuwilligen?

 

Zusammenfassung der Diskussion

Die Handlungsalternative, vorübergehend in Ohnmacht einwilligen zu dürfen, wurde als große Erleichterung erlebt.

Als besonders wichtige Krisenzeiten für Dialysepatienten wurden Krisen am Beginn der Behandlung, Ehekrisen, Alternskrisen, und Beginn der Pflegebedürftigkeit genannt.

Als hilfreich wurde die Bilanz eines eher gelungenen Lebens erwähnt.

Wichtig ist auch, über die existentielle Situation der Pflegepersonen und anderer Helfer immer wieder nachzudenken.

Die moderne Medizin macht es möglich, daß das Weiterleben der Patienten um den Preis sehr geringer Lebensqualität gewonnen wird. Das führt zu einem Zustand, in dem sich die Frage nach dem Sinn des Noch-Lebens immer wieder stellt. Menschen, die jahrelang stolz waren auf ihr eigenes Lebensmanagement, die gern Kontrolle über alles hatten, leiden besonders unter dem abnehmenden Aktionsradius und der zunehmenden Abhängigkeit.

Der Inhalt der Hoffnung verschiebt sich dann oft auf die Existenz liebevoller, wertschätzender Beziehungen. Die Person des Patienten ist ja weit mehr als die Summe seiner Leiden. Deshalb kommt der Stärkung des sozialen Beziehungsgefüges eine besondere präventive Funktion zu. Sozialarbeiter und Pflegeteam sind wichtige Mediatoren für die Stabilisierung des sozialen Netzes. In Gesprächen sollten nicht nur Probleme, sondern die gelingenden Lebensbereiche im Vordergrund stehen.

 

 


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