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III.Fachtagung des ASD e.V. Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in der Dialyse

Professionalisierung von Sozialarbeit - eine offene Entwicklung
  Die generalistische Entwicklung Sozialer Arbeit
  Sozialarbeit in ihrem Verhältnis zu Therapie
  Alltags- und lebensweltorientierte Sozialarbeit
  Betriebswirtschaftliche Fundierung
  Sozialarbeit im Management der Unterstützung
  Der spezifische Versorgungsauftrag im Gesundheitswesen
  Sozialarbeit und Selbsthilfe: zivile Kompetenz
Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Überblick über Lebensqualtitätsmeßinstrumente
  Aktuelle Studien zur Beurteilung von Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Zusammenfassung und Ausblick
 
Aspekte der schulischen und beruflichen Rehabilitation nierenkranker Kinder und Jugendlicher
   
Sozialrechtliche Situation ausländischer Dialysepatienten
  Ausländische Urlauber/Grenzgänger
  Immigranten
  Asylbewerber
  Zusammenfassung
Kurzpflegeeinrichtungen für Dialysepatienten
  Vorteile einer Dialyse-Kurzzeitpflege
Bewältigung von Krisen
  Wie läßt sich Krisen vorbeugen?-- Lösungsansätze --Zusammenfassung der Diskussion
 

 

 3. Fachtagung des ASD e.V.

Aktuelle Studien zur Beurteilung von Lebensqualität in der urologischen Onkologie

Vor nunmehr fast 10 Jahren hat man begonnen mit primär selbst konstruierten Fragebögen die Lebensqualität in der urologischen Onkologie zu messen. Die in den Jahren 1987 bis 1992 publizierten Arbeiten, welche vornämlich die Lebensqualität nach vor und nach radikaler Zystektomie messen, haben jedoch den gravierenden Nachteil, daß die verwendeten Meßinstrumente keine validen mehrdimensionalen international verfügbaren Meßinstrumente darstellten und somit eine Vergleichbarkeit derartiger Studien bisher nicht möglich war (16, 22, 23, 24, 29, 40, 41, 43). In den letzten Jahren haben sich zunehmend auch in der urologischen Onkologie mehrdimensionale international verfügbare Instrumente zur Meßbarkeit von Lebensqualität durchgesetzt. Die aktuellen Studien zur Beurteilung von Lebensqualität anhand von international akzeptierten Meßinstrumenten beim Prostatakarzinom sind in Tabelle 6 zusammengefaßt. Diese Studien haben alle retrospektiven Charakter und untersuchen primär die radikale Prostatektomie oder die radikale Prostatektomie versus Strahlentherapie. Die verwendeten Lebensqualitätsmeßinstrumente sind alle generische multidimensionale Meßinstrumente. Die Autoren stellen jedoch in ihrer kritischen Beurteilung ihrer Arbeit fest, daß es nicht ausreiche allgemeine Lebensqualität bei derart spezifischen Fragestellungen zu messen und fordern daher tumorspezifische Instrumente zu entwickeln. Aus diesem Grunde haben wir 1993 begonnen nach den Richtlinien der EORTC Study Group on Quality of Life für die radikale Prostatektomie ein tumorspezifisches Modul zu entwickeln, welches nun in einer retrospektiven Analyse bereits getestet wird (1, 2, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 36, 44, 51).

Die zur Zeit einzige verfügbare Studie über die Meßbarkeit der Lebensqualität nach Strahlentherapie beim Prostatakarzinom mißt die Lebensqualität mit einem eigens entworfenen "Radiumhemmets Scale of Sexual Functional-Fragebogen" und untersucht primär die Auswirkungen der Strahlentherapie auf die Sexualität. Dieser Fragebogen ist zur Zeit in englischer Sprache erhältlich, so daß eine vergleichende Untersuchung derzeit nicht durchgeführt werden kann. Es konnte jedoch in dieser Studie nachgewiesen werden, daß immerhin 50 % der Patienten über eine Lebensqualitätseinschränkung, bedingt durch eine Verminderung der Errektionshäufigkeit und der Errektionsqualität (31).

Die einzige publizierte Arbeit über die Lebensqualitätsmessung beim Harnblasenkarzinom in Abhängigkeit von den verschiedenen Harnableitungen mißt die Lebensqualität ebenfalls mit einem selbst konstruierten Lebensqualitätsfragebogen, der somit auch nur eingeschränkt vergleichbar ist. Die Aussagekraft dieser Arbeit wird von den Autoren selbst als limitiert betrachtet (12). Dennoch erscheint es sehr wichtig für die Zukunft, nicht nur für die radikale Zystektomie und die verschiedenen Harnableitungen sondern auch für die Therapie des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms tumor- und behandlungsspezifische Module zu entwickeln. Aus diesem Grunde haben wir für die radikale Zystektomie und die verschiedenen Harnableitungen vier tumorspezifische Module entwickelt, die nun in retrospektiven Studien getestet werden (1, 6, 51).

Zur Beurteilung der Lebensqualität beim Hodenkarzinom gibt es zur Zeit nur wenige Arbeiten (14, 18). Die Lebensqualität bei Hodentumorpatienten nimmt einen besonderen Stellenwert ein, da durch den interdisziplinären Einsatz von Operationen, Strahlen- und Chemotherapie 95 % der Patienten geheilt werden und der überwiegende Teil der Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren erkrankt (21, 47). Von besonderer Bedeutung sind bei diesen jungen Männern sicherlich die körperliche Unversehrtheit, die psychische Situation, die sozialen Beziehungen, insbesondere aber auch die sexuelle Erlebnisfähigkeit und Zeugungsfähigkeit. In einer Studie von Bussar-Maatz wurde ein doppelseitiger Lebensqualitätsfragebogen mit 30 Items analog des EORTC-Konzeptes eingesetzt. In dieser multizentrischen prospektiven Studie im klinischen Stadium II a und b des nicht seminomatösen Hodenkarzinoms wurde die primäre Chemotherapie gegenüber der Standardtherapie (LA + 2 Kurse Chemotherapie) geprüft. Zielkriterium dieser Studie sind nicht die rezidivfreien Überlebensraten, sondern die Beeinträchtigung der Lebensqualität, die sich aus der objektiven Morbidität und den subjektiven Einschätzungen des Patienten ermittelt anhand des Lebensqualitätsfragebogens ergaben. Da es sich um eine longitudinale Studie handelt, sind derzeit nur Zwischenergebnisse verfügbar. Diese weisen jedoch darauf hin, daß es sowohl Unterschiede im Verlauf über die Zeit als auch Hinweise auf Unterschiede in verschiedenen Befindlichkeitsvariablen zwischen den Behandlungsgruppen gibt. Jedoch ist es unausweichlich, ob es spätere Auswertungsergebnisse mit breiter Datenbasis und damit verbundenen längeren Nachbeobachtungszeiträumen zu focusieren (14). Ebenso hat man in jüngster Zeit versucht im klinischen Stadium I im Rahmen einer Voruntersuchung die Basis für die Entwicklung von EORTC-spezifischen Hodenkarzinommodulen für das Stadium I (Chemotherapie oder Radiotherapie) zu einwickeln (25). Es wird jedoch noch einige Zeit benötigen, bis derart adäquate EORTC-spezifische Module für das Hodenkarzinom verfügbar sein werden.

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