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III.Fachtagung des ASD e.V. Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in der Dialyse

Professionalisierung von Sozialarbeit - eine offene Entwicklung
  Die generalistische Entwicklung Sozialer Arbeit
  Sozialarbeit in ihrem Verhältnis zu Therapie
  Alltags- und lebensweltorientierte Sozialarbeit
  Betriebswirtschaftliche Fundierung
  Sozialarbeit im Management der Unterstützung
  Der spezifische Versorgungsauftrag im Gesundheitswesen
  Sozialarbeit und Selbsthilfe: zivile Kompetenz
Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Überblick über Lebensqualtitätsmeßinstrumente
  Aktuelle Studien zur Beurteilung von Lebensqualität in der urologischen Onkologie
  Zusammenfassung und Ausblick
 
Aspekte der schulischen und beruflichen Rehabilitation nierenkranker Kinder und Jugendlicher
   
Sozialrechtliche Situation ausländischer Dialysepatienten
  Ausländische Urlauber/Grenzgänger
  Immigranten
  Asylbewerber
  Zusammenfassung
Kurzpflegeeinrichtungen für Dialysepatienten
  Vorteile einer Dialyse-Kurzzeitpflege
Bewältigung von Krisen
  Wie läßt sich Krisen vorbeugen?-- Lösungsansätze --Zusammenfassung der Diskussion
 

 

 3. Fachtagung des ASD e.V.

Sozialarbeit im Management der Unterstützung

In welcher Beziehung die Umbrüche im Gesundheits- und Sozialwesen zum methodischen Vorgehen in der Sozialen Arbeit stehen bzw. stehen können, läßt sich gut an der Entwicklung von Case Management zeigen. Dem Prinzip "ambulant" vor "stationär" folgend, hat man zuerst in den USA eine Verfahrensweise entwickelt, in der systematisch Unterstützung im Einzelfall eingeleitet, eine ganzheitliche Situationseinschätzung, Bedarfsklärung und Hilfeplanung betrieben, Kontrakte zur Dienstleistung abgeschlossen und deren Erbringung kontrolliert und evaluiert wird (vgl. Wendt 1995 c). Sehr bald hat man sich im medizinischen Bereich, speziell in der Krankenpflege und in der Altenpflege des Verfahrens angenommen: die Reformen im Gesundheitswesen und in der Pflege legten eine rationale und transparente Ablauforganisation im beruflichen Handeln nahe. Die Pflegekräfte entdeckten, daß sie mit einem nursing case management Leitstellen im Prozeß ambulanter, aber auch stationärer Versorgung übernehmen können und damit ihre beruflichen Status heben.

Die Sozialarbeit hinkt hinterher. In den USA hat sich der Case Manager inzwischen als selbständig auszuübender Beruf etabliert. Er übernimmt bei Behandlungs- oder Pflegebedürftigkeit von Anfang bis Ende quasi die Geschäftsführung für seine Mandanten. Der Case Manager bietet seine Dienste den Krankenkassen und anderen Leistungsträgern und auch direkt den Patienten oder Rehabilitanten an.

Anders in Großbritannien. Mit dem National Health Service and Community Care Act von 1990 haben die Sozialarbeiter in den lokal zuständigen Behörden den Auftrag bekommen, für versorgungs- oder hilfebedürftige Menschen Leistungen einzukaufen und die Leistungserbringung zu kontrollieren. In diesem "care management" übernehmen die Sozialarbeiter die Überprüfung der Leistungsberechtigung, die Bedarfsabklärung (assessment), die Hilfeplanung mit der Zusammenstellung von "care packages", die Koordination der vereinbarten Unterstützung in ihrem Verlauf sowie deren Evaluation mit den Nutzern. Die Sozialarbeiter haben damit eine Schlüsselfunktion im sozialen und pflegerischen Dienstleistungssystem inne.

Mit Cordelia Grimwood (1996) ist festzustellen, daß sich in Großbritannien in der Folge des National Health Service and Community Care Act die Funktion der Sozialarbeiter in den kommunalen Sozialbehörden grundlegend geändert hat. "Sozialarbeiter der Social Service Departments erbringen nun nicht mehr die Dienste im Sinne von case work bzw. fallbezogener Arbeit mit einzelnen oder Familien. Sie agieren nun in der Rolle von Care Managern, das heißt, sie planen und unterstützen die Entwicklung häuslicher Pflegedienste und Tagespflegedienste von privaten und unabhängigen Einrichtungen, die den Nutzern den Verbleib in ihrer häuslichen Umgebung ermöglichen. Care Manager haben ... die Funktion, die Bedarfe der Nutzer einzuschätzen und Leistungspakete zusammenzustellen, die die individuellen Bedarfe, Präferenzen, Kosten sowie die Zahlungsfähigkeit der Nutzer (also ihre Möglichkeiten zur Eigenbeteiligung) berücksichtigt. Sie kontrollieren darüber hinaus die Kosten der Dienste und sind darum bemüht, die höchste Kosteneffektivität für das von den Steuerzahlern erbrachte Geld herauszuholen" (Grimwood 1996, 293). Als "Einkäufer" von Diensten haben die Sozialarbeiter natürlich eine andere Beziehung zu ihrer Klientel als dies unter therapeutischen Gesichtspunkten der Fall war.

 


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