| Betriebswirtschaftliche
Fundierung
Die "Ökonomisierung" der Sozialen
Arbeit in den letzten Jahren wird von vielen Berufsangehörigen
beklagt. Werde sie nachfrageorientiert auf Kunden abgestellt
und, so heißt es, überall Kosten-Nutzen-Berechnungen unterworfen,
gehe das zu Lasten der Menschlichkeit. Die Schwachen in
der Gesellschaft seien keine Kunden, und die Investition
in sie könne sich nicht "rechnen". In dieser
Auffassung wird übersehen, daß Effektivität von vornherein
an Wert- und Normentscheidungen gebunden ist. Man muß einen
bestimmten Effekt wollen, sollte sich über ihn allerdings
klar sein. Die Gesellschaft tritt für ihre "schwachen" oder
behinderten Angehörigen ein. Sie darf verlangen, daß zielwirksam
(effektiv), rational und effizient (mit Blick auf die Aufwendungen
möglichst ertragreich) gearbeitet wird.
Für die Dienste und Einrichtungen heißt
das, sich an betriebswirtschaftlichen Kriterien zu messen.
Eingeführt werden neue Steuerungsmodelle (mit dezentraler
Ressourcenverantwortung, Budgetierung und einem Qualitätsmanagement).
Die Neuorganisation auf der Mesoebene der Verwaltung bezieht
die Mikroebene der direkten Arbeit mit Menschen und der
Leistungserbringung ein. Auch sie entfaltet sich nun in
den Dimensionen des Managements - Planung, Entscheidungsfindung,
Organisation, Kontrolle. Die fachliche Arbeit wird dadurch
nicht geschmälert. Wenn es die professionelle Aufgabe von
Sozialarbeit ist, das Zurechtkommen von Menschen im eigenen
und gemeinsamen Leben zu fördern und zu bessern, geschieht
das unter den komplexen Bedingungen der Lebensführung heutzutage
eben in einer rationalen Bewirtschaftung von Ressourcen,
einer geschickten Handhabung von Instrumenten und mit einer überlegten
Steuerung des Zusammenwirkens von Bedürftigen und ihren
Helfern. Nichts anderes meint Management auf dieser Ebene
der Arbeit.
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