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I. Fachtagung des ASD e.V. Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in der Dialyse


 

 1. Fachtagung des ASD e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit in der Dialyse

Seit 1980 treffen sich in Berlin alle Sozialarbeiter/-innen, die im Dialysebereich sowohl im Krankenhaussozialdienst, wie auch in anderen Dialyseeinrichtungen und Beratungsstellen tätig sind, ein mal monatlich zum Erfahrungsaustausch.

Ziel des Informationsaustausches war und ist es, die Bearbeitung spezieller sozialrechtlicher und psychosozialer Fragen des immer größer werdenden Personenkreises von Hämodialysepatienten, Transplantierten und CAPD - Patienten.

Im Laufe der Jahre stießen wir auf Probleme, die insbesondere Versorgungslücken bestimmter Dialysepatienten betraf.

Ganz besonders möchten wir hier die alten Pflegebedürftigen und chronisch kranken Dialysepatienten erwähnen.

Es gab lange Zeit im Berliner Raum keine Möglichkeit, diese Personengruppen in entsprechende Einrichtungen (Krankenhäuser für chronisch Kranke) unterzubringen. Die Kostenträger weigerten sich, sowohl die entstehenden Fahrtkosten von und zur Dialyse, wie auch die ambulante Dialysebehandlung und die Pflegekosten für die Abteilung chronisch Kranker zu zahlen.

Unsere jahrelange Korrespondenz mit der Senats- und Gesundheitsbehörde, wo wir Sozialarbeiter aus den unterschiedlichen Dialysezentren einzeln unterschrieben und auf die Mißstände aufmerksam machten, blieb in der Regel unbeantwortet und ohne Resonanz.

Deshalb überlegten wir uns andere Strategien, um uns Gehör zu verschaffen.

Dazu gehörte der Versuch, unserer Gruppe den Namen ASD zu geben und mit einem selbst entworfenen Briefkopf und zwei konkreten Kontaktadressen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Fortan wurde die für die Behörden anscheinend angemessene Form der Korrespondenz erwidert.

Wir konnten erste Teilerfolge erzielen und wurden als "ASD" gezielt von leitenden Senatsmitarbeitern zu Problemthemen eingeladen.

Weiterhin entwickelten wir eine von uns laufend aktualisierte Informationsbroschüre für Praedialysepatienten, in der wir auf die Inanspruchnahme der sozialrechtlichen Leistungen hinweisen. Für die Durchsetzung dieser Ansprüche und für psychosoziale Betreuung bieten wir darin gezielt unsere Hilfe an.

Nach der Wende entstand ein reger Austausch mit unseren Kolleginnen aus dem Ostteil der Stadt. Auch sie nehmen nun regelmäßig an unseren Treffen teil. Mittlerweile sind wir zu einer recht großen Einheit verschmolzen, die nicht ohne Sorge den drohenden Abbau im sozialen Bereich und in diesem Berufsfeld beobachtet.

Jährlich nehmen einige Kollegen/-innen unserer Arbeitsgemeinschaft an den Arbeitstagungen der psychosomatischen Nephrologie teil.

Maßgeblich waren wir 1992 auf der Arbeitstagung in Nürnberg an der Resolution zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von chronisch Nierenkranken beteiligt.

Daraus entwickelte sich die Forderung mit dem Appell an die entsprechenden Institutionen, psychosoziale Fachkräfte (also Psychologen und Sozialarbeiter) in Zentren mit 80 bis 100 Patienten je eine volle Stelle einzurichten.

In der Begründung sind wir davon ausgegangen, daß sich in der Umsetzung dieses Konzeptes die Lebensqualität der betroffenen Patienten und ihrer Familien erheblich verbessert und das sich die Maßnahmen günstig auf die Güte der medizinischen Versorgung auswirken.

Der regelmäßige Austausch im ASD und die Teilnahme an den Fachtagungen schärft den Blick unserer beruflichen Position und fördert das Selbstverständnis unserer Berufsgruppe. Weiterhin wird dadurch eine immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit neuen Inhalten und deren Umsetzung in die Praxis angeregt.

 

Katharina Heitmeier

 


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